Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 1998 in Limburg an der Lahn hat der Vorsitzende der Tetra-Pak-Geschäftsführung, Harry Salonaho, bekräftigt: „Wir bleiben bei unserem Kerngeschäft, der aseptischen Abfüllung“. Tetra Pak will in naher Zukunft in der Bundesrepublik Kunststoffverpackungen anbieten. Auch die Verpackung von Bier in Plastikflaschen ist für den deutschen Markt geplant.
Zur Zeit arbeiten Tetra-Pak-Entwickler an der Realisierung von HDPE- und PET-Verpackungen und der entsprechenden Barrieretechnik für die kaltaseptische Abfüllung von Milch und Fruchtsäften für den deutschen Markt. In der Schweiz sind bereits Eisteegetränke in Tetra-Pak-Kunststoffbehältern erhältlich.
Wie im Vorjahr hat das Unternehmen 1998 mit 1300 Mitarbeitern in Deutschland einen Umsatz von 1,3 Milliarden Mark erwirtschaftet. Dabei wurden 7,2 Milliarden Verpackungen verkauft, was einem Volumen von 56 Millionen Hektolitern entspricht, das ist etwas weniger als im Vorjahr. Auch die Umsatzrendite ist laut Salonaho leicht gesunken. „Der Zusammenbruch in Asien und Rußland hat uns die Zahlen etwas verhagelt“, erklärt er den Gewinnrückgang.
Weltweit ist der Geschäftsverlauf für den schwedischen Konzern 1998 befriedigend gewesen: Der Verpackungs- und Maschinenbaukonzern setzte weltweit 13,3 Milliarden Mark mit 18 200 Mitarbeitern um.
Milch, insbesondere haltbare Milch, ist eine wichtige Säulen des Tetra-Pak-Geschäfts; sie hat einen Absatzanteil von 60%. Wachstumspotential sieht das Unternehmen noch in alkoholfreien Erfrischungsgetränken sowie in den Segmenten Wein und stille Mineralwässer. 1998 wurden allein im Marktsegment Eistee 310 Millionen Packungen oder 384 Millionen Liter verkauft. Rund 93 Millionen Mal ist Wein im Jahr 1998 in den Kartonquadern abgepackt worden, bei Wasser waren es 72 Millionen Packungen. Bei Fruchtsäften, Nektaren und Fruchtsaftgetränken versorgt Tetra Pak 20% des Marktes, bei pasteurisierter Milch liegt der Marktanteil bei 36% und bei haltbarer Milch bei 86%.
Strategisch hat sich Tetra Pak nach Solo-nahos Worten ganz auf ihre Kunden ausgerichtet, daß heißt, auf die Hersteller von Getränken. „Die bereits 1997 begonnene Neuausrichtung der Unternehmensstrategie hat sich bewährt“, erklärt er. Grundlagen für Korrekturen an der Organisationsstruktur waren individuelle Gespräche mit den Kunden über ihre konkreten Bedürfnisse und Erwartungen. Zudem hat Tetra Pak ein internationales Key-Account-System eingerichtet. Für Anliegen und Wünsche steht allen länderübergreifend tätigen Kunden ein Ansprechpartner zur Verfügung, der sie betreut. Als Beispiel für die Strategie eines konsequenten kundenorientierten Dienstleistungsausbaus führt der Firmenchef die erfolgreiche Markteinführung des Milchmixgetränkes Go Banana der hessischen Schwälbchen Molkerei an.




