Autor Jürgen Stein Technische Beratung, Novonox Inox Components
Erhöhungen und Vertiefungen am Schraubenkopf stellen Toträume dar, die regelrecht als Keimzellen für alle Arten von Verunreinigungen dienen. Diese Gefahr wird umso größer, je weniger die Schraubstelle einsehbar oder „greifbar“ ist. Doch nicht nur der Schraubenkopf an sich lässt sich nach geltenden Hygienenormen nur sehr schwer oder gar nicht rein halten. Insbesondere die Auflagefläche des Schraubenbundes und selbstverständlich das Gewinde stellen mögliche Gefahrenquellen für eventuelle Toträume dar. Auch wenn die Schraube unter dem maximalen Anzugsmoment mit dem Maschinenkörper verschraubt wird, ist eine vollflächige, ebene Auflage nicht sichergestellt.
Im Gegenteil: Es bilden sich Spaltmaße, die als Kapillarräume wirken und sämtliche Flüssigkeiten regelrecht ansaugen. Ein idealer Nährboden für Bakterien und Keime. Einmal angesaugt, ist ein Entfernen der Flüssigkeit aus dem Spalt von außen nicht möglich. In aller Regel wandert die Flüssigkeit weiter den Schraubenschaft entlang und kann eventuell direkt mit dem zu verarbeitenden Produkt in Berührung kommen. Die Verkeimung der Anlage ist nur eine Frage der Zeit.
Herkömmliche Schrauben weisen Ausbrüche, Randaufwürfe, Absätze, Kanten und eine Vielzahl anderer Stellen auf, die ideale Toträume darstellen. Beim Reinigen der Anlage im CIP-Verfahren müsste jede Schraubstelle nach dem Reinigen geöffnet und mit hoher Temperatur getrocknet werden. Erst dann darf sie wieder eingebaut werden.
So vorteilhaft einerseits Schraubverbindungen im Anlagenbau der Prozesstechnik sind, so schlecht lassen sie sich reinigen und bergen die Gefahr, das zu verarbeitende Produkt mit Keimen oder produktfremden Stoffen zu konta-minieren. Auch sind viele Anlagenbauer dazu übergegangen und haben in Eigeninitiative leicht reinigbare Spezialschrauben explizit hergestellt. Doch das Problem mit der Unterwanderung des Schraubenkopfes ist immer noch latent vorhanden. Von einer sicheren, EHEDG-konformen, totraumfreien Abdichtung sind auch diese Verschraubungen weit entfernt.
Freudenberg Sealing Technologies Process Seals und Novonox Inox Components haben sich diesem Problem angenommen. Von Freudenberg wurde eine aseptische Unterlegscheibe entwickelt, die Hygienic Usit. Passend zu diesen Unterlegscheiben entwickelte Novonox das darauf abgestimmte Schraubsystem. Mit dem hygienischen Usitring lassen sich erstmals Schraubenköpfe gemäß Hygienic Design abdichten. Der umlaufende Gummiwulst der Dichtscheibe passt sich optimal dem Schrauben- bzw. Mutternkopf an und dichtet den Auflagebereich hermetisch ab. Der Dichtwulst aus 70 EPDM 291 ist auf eine Edelstahlscheibe aus 1.4404 aufvulkanisiert. Der Werkstoff ist FDA-konform und entspricht ebenfalls den Anforderungen der europäischen Verordnung EU (VO) 1935/2004. Er ist auch ADIfree (Animal Derived Ingredients free) und somit frei von TSE (Transmissible Spongiform Encephalopathy). Die Prüfung der Biokompatibilität nach USP Class VI (bis +121 °C) stuft ihn für den Einsatz in pharmazeutischen Anlagen und Komponenten als geeignet ein.




