Dipl.-Braumeister Holger Schmidt
Die europäischen Behörden haben am 1. Februar 2002 die Europa-Norm 178 zur Sicherung der Lebensmittelqualität in Kraft gesetzt. Allerdings werden diejenigen Artikel dieser Norm, die eine Rückverfolgbarkeit von einzelnen Inhaltsstoffen und Chargen verlangen, erst ab dem 1. Januar 2005 in Kraft treten.
Eine europäische Norm wurde notwendig, um das Vertrauen der Verbraucher insbesondere in Produkte, die im jeweiligen europäischen Ausland gefertigt werden, zu stärken. Denn: Fleischskandale, Probleme bei der Rückverfolgung von Getreide und vermehrte Lebensmittelrückrufaktionen haben die Verbraucher sensibilisiert. Sie fordern Maßnahmen, um einerseits den Herstellungsprozess zuverlässig zu überwachen und andrerseits im Fall eines Problems eine schnelle Eingrenzung zu ermöglichen.
Die Norm verfolgt primär das Ziel, Warenströme transparent und nachvollziehbar zu machen. Vor diesem Hintergrund wird jeder mit der Produktion von Lebensmitteln befasste Betrieb verpflichtet, seine Warenströme so zu dokumentieren, dass sich innerhalb der folgenden zwei Jahre exakt feststellen lässt, welche Rohstoffe für welches Produkt verwendet wurden. Weiterhin muss diesen Daten zugeordnet werden können, in wessen Verantwortlichkeit die Ware als veredelter Rohstoff, Halbfertigprodukt und fertiges Endprodukt übergeben wurde. Im Bedarfsfall kann nun ermittelt werden, aus welcher Rohstoffcharge ein im Laden angebotenes Produkt hergestellt wurde und in welchen anderen Läden die übrigen Produkte aus dieser Charge stehen.
Sekundär stützt sich die Norm auf Lebensmittelhygieneverordnungen und verknüpft Qualitätssicherungskonzepte wie HACCP mit dem Gedanken der Chargenverfolgung. Für den produzierenden Betrieb ergibt sich somit die Aufgabe, nicht nur die Chargendaten zu erfassen, sondern auch noch die in der HACCP festgelegten Messpunkte zu dokumentieren. Nur auf diese Weise kann sicher nachgewiesen werden, dass nicht nur die Chargenverfolgung gewährleistet ist, sondern dass auch die Prozesse zur Herstellung der einzelnen Charge korrekt verlaufen sind.
Besonders in vielen kleineren Unternehmen fehlen Datenerfassungssysteme, die den hohen Ansprüchen der Datenarchivierung gemäß EN 178/2002 entsprechen. Vor diesem Hintergrund hat Endress+Hauser speziell für kleine und mittlere Brauereien eine modular aufgebaute Lösung entwickelt, die sich problemlos an die konkreten Bedingungen beim Anwender anpassen lässt, wobei eine Kompatibilität nach oben und unten sichergestellt ist.
Für die einfache Erfassung und chargenbezogene Datensicherung gibt es das System BDE-Manuell. Dieses Softwaretool ersetzt die herkömmlichen Bücher und Kladden. Herzstück von BDE-Manuell ist eine Datenbank, die die eingegebenen Messwerte und Chargen verknüpft und sie gemeinsam für die Rückverfolgung zugänglich macht. Besonderer Vorteil der Datenbank ist ihr identischer Aufbau in allen folgenden Ausbaustufen bis hin zur vollautomatischen Lösung.




