Birgit Osterholt
Die Hahne Mühlenwerke GmbH & Co. KG bietet das volle Programm an Frühstücksgetreide: Von einfachen Haferflocken und variantenreichen Müslis für Bio-Fans über klassische Cornflakes bis hin zu gepufften Getreideerzeugnissen. Ihre Produkte heißen Hula Hoops, Rice Happies, Poppies, Choco Champs oder Bixis, aber der eigene Firmenname steht nur selten auf der Packung. Kein Wunder, denn das Familienunternehmen entschied vor einigen Jahren, sich strategisch auf den wachsenden Private-Label-Markt zu konzentrieren und für die Eigenmarken großer Handelsketten zu produzieren.
Der deutsche Markt allein war dem ostwestfälischen Mittelständler dabei zu klein. Der Vertrieb wurde internationalisiert, um das Unternehmen breiter aufzustellen. Diese strategische Neuausrichtung hat sich gelohnt: Heute fertigt Hahne über 6000 Aufträge pro Jahr für 400 Handels- und Industriekunden in über 70 Ländern. Der Export macht zwischenzeitlich mehr als 60 % des Umsatzes aus und der Mühlenbetrieb hat sich zu einem der wenigen großen Vollsortimentsanbieter in Europa entwickelt. Zu seinen Kunden gehören große europäische Handelsketten, beispielsweise Asda, Morrison und Tesco in Großbritannien, Aldi in Frankreich, Belgien und Dänemark, Dia in Spanien und Dansk Supermarket in Dänemark. „Im Private-Label-Markt konkurrenzfähig zu bleiben, erfordert ständige Anpassung und Optimierung“, charakterisiert Joachim Seiche, Geschäftsführer und Vertriebschef bei Hahne, die Herausforderungen des Marktes. „Als Private-Label-Anbieter sind wir austauschbar, denn auch unsere Mitbewerber sind natürlich in der Lage, die von den Handelsketten gewünschten Produkte in ähnlicher Weise herzustellen. Es kommt für uns also vor allem darauf an, ständig gute Qualität zu einem sehr günstigen Preis zu produzieren und die Ware verlässlich zu liefern.“ Jürgen Köhricht, Geschäftsführer und EDV-Leiter bei Hahne, ergänzt: „Mit unserem alten Warenwirtschaftssystem war das kaum noch möglich, weil es unsere Geschäftsprozesse nicht durchgängig unterstützt hat. Die Überbrückung der Schnittstellen hat häufig Fehler verursacht. Außerdem lieferte das alte System keine verlässlichen Daten aus dem Unternehmen. Angebote haben wir anhand unserer Branchenkenntnis und Erfahrung, aber weniger auf Basis aktueller Unternehmensdaten abgegeben.“
Viele Gründe sprachen also im Herbst 1999 für ein neues ERP-System. So wurde ein Anforderungsprofil erstellt und verschiedene Anbieter geprüft. Die Entscheidung fiel auf das Hamburger Unternehmen IncoDev Software-Entwicklung mit seiner Branchenlösung Blending. Nach den Worten von Köhricht ist Blending in der Lage, mit seinen verschiedenen Komponenten für die Materialwirtschaft und die Produktionsplanung alle Geschäftsprozesse durchgängig zu unterstützen. Zudem war es Hahne wichtig, dass keine Zusatzentwicklungen notwendig waren, weil man nicht wieder in die Schnittstellenproblematik geraten wollte. Ein zusätzliches Plus: Blending ist zur Integration mit Systemen anderer Hersteller für angrenzende Prozesse wie Finanzbuchhaltung, Exportabwicklung sowie Analyse und Reporting gut vorbereitet und arbeitet problemlos mit ihnen zusammen.




