Die Milch-Union Hocheifel eG (MUH) ist eine klassische Molkereigenossenschaft mit Sitz in Pronsfeld in der Eifel. Rund 800 Mitarbeiter verarbeiten am Standort täglich um die 3,5 Mio. l Milch. Jährlich verlassen 1,3 Mrd. Packungen veredelter Milch die Molkerei. Dabei ist das Unternehmen aus dem Dreiländereck Deutschland, Belgien, Luxemburg weltweit aktiv, fast 40 % aller Umsätze werden im Ausland erzielt. Nach der verarbeiteten Produktionsmenge am Standort, ist MUH die zweitgrößte Molkerei Deutschlands. Damit Bearbeitung, Abfüllung, Verpackung und Vorbereitung zum Transport reibungslos und mit qualitativ hochwertigen Ergebnissen vonstattengehen, ist modernste Technik gefragt.
Zur Lagekontrolle der Trinkhalme war bei der MUH bis vor Kurzem noch eine kamerabasierte Lösung im Einsatz. Diese Lösung war jedoch nicht nur in der Anschaffung teuer, sondern hat auch im laufenden Betrieb zusätzliche Kosten verursacht, da für jedes neue Dekor an den Primärverpackungen meistens auch die Bildauswertung der Kamera und die digitalen Eingänge für den automatischen Chargenwechsel neu angepasst werden mussten. Bei mehr als 30 verschiedenen Dekoren, die über die Linie für Halbliterpackungen mit Trinkhalmen laufen, ein beachtlicher Zeit- und Kostenaufwand. Alternative Lösungen mit 3-D-Laserscannern arbeiten bezogen auf Dekor und Trinkhalm zwar auch völlig farbunabhängig, kosten jedoch ein Vielfaches von Kamera- oder Smart-Vision-Lösungen. Gegenüber dem Status quo suchte MUH hier eine zuverlässige, aber auch bezahlbare Lösung.
Hier kamen die Smart-Vision-Spezialisten von Baumer ins Spiel. Nachdem Peter Bratsch von der Abteilung Verpackungstechnik Aseptic bei der MUH seine Anforderungen spezifiziert hatte, wurde ein Lösungsvorschlag präsentiert. Die finale Integration der neuen Trinkhalmkontrolle in den bestehenden Trinkhalm-Applikator konnte, dank der guten Vorbereitung seitens der MUH-Mitarbeiter, in nur wenigen Stunden abgewickelt werden. Für den Umbau konnte die Technik des bestehenden Trinkhalm-Applikators, wie Spannungsversorgung und Signaleingänge des alten Kamerasystems, eins zu eins übernommen werden. An bestehenden Trinkhalm-Applikatoren steht einem schnellen Wechsel der optischen Überwachungstechnik nichts im Wege.
Dass der Umbau nicht nur schnell ging, sondern auch zuverlässige Ergebnisse liefert, bestätigt Andreas Bartzen vom Service Aseptic, der die Inbetriebnahme maßgeblich vorbereitet hat: „Die neue Lösung läuft bei uns nun seit ziemlich genau drei Monaten problemlos. Das ist bei Projekten, in denen neue Technik erstmals zum Einsatz kommt, alles andere als selbstverständlich.“ Etwas über 12 000 Verpackungen pro Stunde passieren seither in sechseinhalb Tagesschichten (bei einem 24-Stunden-Arbeitszeitmodell) die Trinkhalmkontrolle. Die problemlose und prozesssichere Prüfung von über drei Millionen Verpackungen in den ersten drei Monaten seit der Installation spricht für die Zuverlässigkeit der neuen Technik.




