Der Ort Ridge-A liegt in 4053 m Höhe auf einem antarktischen Plateau. Er gilt nicht nur als einer der stillsten und kältesten, sondern auch als einer der trockensten Stellen auf der Erde. Um extreme Trockenheit zu erleben, genügt es aber auch schon nach Piado, Chile zu fahren. Dort hat es im Jahr 1936 zum ersten Mal nach einer Dürreperiode von 91 Jahren wieder geregnet.
Bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebens- und Genussmitteln muss es nicht immer so trocken sein, dennoch ist bei bestimmten Prozessen eine geringe Feuchte der Prozessluft unabdingbar für die Haltbarkeit, Verarbeitung und Verpackung von Lebensmittelprodukten. Beispielsweise verhindert die richtige Luftfeuchte, dass am Produkt Kondensat entsteht und sich so Keime bilden können.
Der Trocknungsgrad der Prozessluft muss genau auf die einzelnen Anforderungen angepasst werden und unterscheidet sich je nach Einsatzgebiet. Für Verarbeitungsprozesse in der Produktion bedarf es einer anderen Luftfeuchte als für die Lagerung der Lebensmittel. In jedem Fall ist für die Regulierung der relativen Feuchte eine wirkungsvolle Luftrocknungsanlage notwendig.
Der exakte Trocknungsgrad der Luft hilft nicht nur bei der Produktion hochwertiger und haltbarer Lebensmittel, sondern kann auch Produktmerkmale wie Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack beeinflussen. Bei der Herstellung und Lagerung dehydrierter Instantsuppenpulver ist beispielsweise eine konstante Temperatur und ein niedriger Feuchtegehalt in der Prozessluft erforderlich, da es ansonsten zu Verklumpungen und Schimmelbildung kommen kann.
Fleischverarbeitende Betriebe sind zum einen dafür verantwortlich, dass die gesamte Kühlkette kontinuierlich bis zum Verkauf aufrecht erhalten bleibt. Zum anderen müssen sie sicherstellen, dass sich keine Keime und Krankheitserreger beim Verpackungsprozess und der Lagerung von Fleischerzeugnissen bilden. Eine extrem trockene Umgebungsluft verhindert dabei die Bildung und Vermehrung von Keimen, Viren und Bakterien.
Auch bei der Herstellung von Süßwaren und zur Verkürzung der Trocknungszeit der Produkte vor der Verpackung ist trockene Prozessluft notwendig. Denn Schokolade, Bonbons oder gelatinehaltige Produkte dürfen weder an der Verpackungsoberfläche noch aneinanderkleben. Des Weiteren kann trockene Prozessluft zur Konservierung eingesetzt werden, z. B. um Trockenfrüchte oder Pilze haltbar zu machen.
Wenn bei Produktionsverfahren, Verpackungs- und Lagerungsprozessen von Lebensmitteln relative Feuchten von weniger als 40 % gefordert werden, ist dies aus Sicht der Verfahrenstechnik und Thermodynamik sehr herausfordernd. In diesen Bereichen der Prozesslufttrocknung besteht aktuell keine große Auswahl an Anlagen, die in der Lage sind, derart niedrige Restfeuchtegehalte für Trocknungsprozesse zu erreichen. Denn dafür reichen in den meisten Fällen konventionelle Methoden wie die Kondensation des Wasserdampfs an Kühlregistern bzw. Wärmetauschern nicht mehr aus. Um den Restfeuchtegehalt der Luft auf ein Minimum zu reduzieren sind somit sorptive Prozesse notwendig.




