Vandemoortele produziert Tiefkühlbackwaren sowie Margarinen, Fette und Öle in Izegem, Belgien. Der Lebensmittelbetrieb existiert bereits seit 1899 und beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter in zwölf europäischen Ländern.
Die von Kunden und Produktionsabteilungen zurückgeschickte Margarine sammelt das Unternehmen in einem speziellen Modul im Retourenlager und schmelzt sie ein. Anschließend werden die geschmolzenen Produkte in zwei 150 m3 große Tanks gepumpt.
Durch die spezifischen Dichten der Medien bilden sich drei unterschiedliche Schichten: Wasser, Fett und emulgierte Fettrückstände. Das so gewonnene Fett wurde bisher zum Verseifen in eine nahe gelegene Fabrik eines fettverarbeitenden Unternehmens transportiert. Das anfallende Abwasser wird in die Kanalisation abgeleitet.
Um die einzelnen Schichten richtig unterscheiden und trennen zu können, verließ man sich bei Vandemoortele in der Vergangenheit auf die Messergebnisse von zwei Füllstandmessgeräten. Sie analysierten die unterschiedlichen Medien auf Basis ihrer Leitfähigkeit. Doch das Trennverfahren funktionierte nicht immer zuverlässig. Folglich kam es zu erheblichen Verlusten noch verwertbarer Fette und Öle, was nicht nur finanzielle Einbußen für Vandemoortele bedeutete, sondern auch zu unnötigen Verschmutzungen führte.
Darüber hinaus war es aufgrund der hohen Anforderung von Halal-Produkten nicht möglich, die gewonnenen Fette in den Produktionsprozess für Margarine zurückzuführen. Sie verbieten eine Vermischung von tierischen und pflanzlichen Fetten. Das Unternehmen entschied sich aus diesem Grund dafür, die zurückgewonnenen Fette als Biokraftstoff zu verkaufen. Doch verlangte diese Entscheidung ein deutlich verbessertes Trennverfahren als bisher. Zudem strebte Vandemoortele an, seine Ökobilanz zu verbessern, indem es den Fettanteil des in die Kanalisation abgeleiteten Abwassers verringerte.
Auf der Suche nach einer passenden Lösung für ihr Problem wandten sich die Belgier an diverse Messgerätehersteller. Als Eric Myny, Projektmanager bei Vandemoortele, das Coriolis-Durchflussmessgerät von Siemens kennenlernte, verstand er sofort, welche Möglichkeiten das Gerät bot: „Der Sitrans FC430 misst das spezifische Gewicht der im Rohr befindlichen Flüssigkeit. Auf diese Weise können wir tropfengenau die drei Substanzen Wasser, Fett und Rückstände trennen. Das Ergebnis: Ein erhöhter Anteil an zurückgewonnenem Fett und weniger Verschmutzungen im Abwasser.“
Nur drei Wochen nach Auftragserteilung lieferte Siemens das gemäß den Anforderungen von Vandemoortele eingerichtete Gerät. Das Unternehmen hatte sich zudem für eine Lösung zur Dichtemessung mit einer Messgenauigkeit von 0,1 % entschieden, um reines Fett von emulgierten Fettrückständen sauber trennen zu können.




