Bei der Herstellung der Kräuter- und Gemüsemischungen nutzt Freeze-Dry Foods aus Greven die Gefriertrocknung – ein schonendes Verfahren, das Aroma, Geschmack und Farbe der Rohstoffe erhält. Anschließend werden die getrockneten Kräuter und Gemüse gesiebt und gemischt. Abnehmer finden die Trockenmischungen auf der ganzen Welt.
Als man bei Freeze-Dry Foods von dem Problem erfuhr, dass die für den langen Seetransport typischen Vibrationen zur Verdichtung und Entmischung der Kräuter- und Gemüsemischungen führen, suchte man nach einer Lösung. Schließlich sollten in Zukunft die in Schraubgläsern abgefüllten Produkte ohne Qualitätseinbußen in alle Welt verschifft werden können. Das Ergebnis: Die Produkte werden auf dem Kopf zu transportiert.
Das heißt: Am Ende der Abfülllinie müssen die Gläschen um 180° gedreht und in dieser Position auf die Palette gebracht werden. Und da das je nach Produkt, Kunde und Transportweg wahlweise möglich sein muss, entschied man sich für die Anschaffung eines Palettierroboters von Roteg, der diese „Wendeaufgabe“ übernimmt.
Die Leistung der Produktionsstraße beträgt 2500 Verpackungseinheiten pro Stunde. Im Einzelgriff ist diese Leistung durch einen Palettierroboter nicht zu realisieren. Für die Auslegung der Anlage bedeutet das:
- Formationsbildung in einer Übergabestation für einen Mehrfachgriff
- Realisierung unterschiedlicher Palettiermuster, um eine hohe Stapelstabilität zu gewährleisten
- Palettierung der Gebinde sowohl normal auf dem Boden als auch dem Kopf
Das zu palettierende Packstück besteht aus einem Tray mit fünf Einzelgläsern, die durch eine Schrumpffolie zu einer Verkaufsverpackung zusammengefasst wurden. Diese werden am Ende der Fördertechnik durch einen Querschub auf einen Sammel- und Formationstisch geschoben. In Abhängigkeit vom Palettiermuster werden in dieser Station drei, vier oder auch fünf einzelne Packstücke zu einer Formation zusammengeschoben und danach zentriert. Der ovale Flächensauger des Palettierroboters nimmt die Tray-Formation entweder von unten oder von oben auf. Erfolgte die Aufnahme von unten, dreht sich das Saugwerkzeug des Roboters auf dem Weg zur Palette und stellt die Gebinde auf dem Kopf stehend auf der Palette ab.
Um eine kontinuierliche Palettierung zu erreichen wurde die Roboterzelle für eine Palettierung auf zwei Plätzen ausgelegt. Das bedeutet, dass Palettenwechsel zu keiner Unterbrechung des Palettierprozesses führen. Der Paro-Roboter (Linearsystem) wurde so am Ende der Linie platziert, dass er jeweils eine Palette rechts und links platziert. Dieser Aufbau hat den Vorteil, dass abwechselnd rechts und links Paletten fertiggestellt und im fliegenden Wechsel getauscht werden können. Während auf einer Seite die Palettierung stattfindet, hat der Anlagenbediener genügend Zeit, auf der gegenüberliegenden Seite eine volle Palette gegen eine leere Palette zu tauschen.




