Bio boomt – und das bleibt für viele Hersteller dieses Marktsegmentes nicht ohne Auswirkungen auf die Intralogistik. „Wir stießen mit unseren Lagerkapazitäten an unsere Grenzen“, sagt Jens Schreier, technischer Projektleiter der Lebensgarten GmbH mit Sitz im vogtländischen Adorf. „Gleichwohl hatten wir nur begrenzte Flächen für die Lagerhaltung zur Verfügung. Wir benötigten eine Lösung, mit der wir das Lager verdichten, die Kapazitäten erhöhen und den Personaleinsatz optimieren konnten.“
Der mittelständische Hersteller für ökologisch und nachhaltig produzierte Lebensmittel im Bereich Backwaren, Müsli und Schokoladenartikel prüfte von der Installation einer Verschieberegalanlage bis zur Einrichtung eines Schmalganglagers mehrere Optionen. „Keine bot die gewünschte Kapazitätssteigerung und die geforderten Sparpotenziale“, fasst Schreier zusammen. „Erst das Konzept für ein automatisches Kompaktlager mit sequenzierter Bereitstellung der Warenausgangspaletten, das SSI Schäfer vorlegte, überzeugte uns.“ Binnen weniger Monate realisierten die Intralogistikspezialisten von SSI das Projekt im Vogtland. Im April 2012 wurde das automatische Orbiter-Lager an Lebensgarten übergeben.
Wenn in kurzer Zeit ein hohes Volumen bewegt werden muss und ein relativ geringes Artikelspektrum gelagert wird, dann ist der Einstieg in ein dynamisches Kanallagersystem sinnvoll. Moderne Anlagenkonzeptionen wie das Schäfer-Orbiter-System (SOS) setzen auf den Einsatz von Verfahrwagen, den Orbiter-Shuttles, die die Paletten im Regalkanal verbringen. Das Shuttle-Fahrzeug verfährt die Paletten automatisch an das Ende oder den nächstmöglichen freien Platz des Regalkanals. Dort setzt es die Paletten auf Lagerschienen ab und kehrt an den Kanalanfang zurück, um die nächste Palette zu übernehmen.
Bei durchgängigen Automationslösungen sind die Shuttles mit Regalbediengeräten (RBG) kombiniert. Mit vergleichsweise geringem Automationsaufwand bieten derartige Systemkonzeptionen nicht nur optimierte Ein- und Auslagerungsprozesse, sondern auch einen deutlich besseren Flächennutzungsgrad.
So auch bei Lebensgarten in Adorf. Über 65 m Länge, 15 m Breite und 14 m Höhe erstreckt sich das vollautomatisierte Kanallager mit rund 4200 Palettenstellplätzen. Es dient als Versandpufferlager für die Fertigwaren des Biolebensmittelherstellers. Die Besonderheit liegt in der kompakten Konzeption der Gesamtanlage. Direkt neben dem Kanallager befinden sich acht schwerkraftbetriebene Versandbahnen und zwei Wareneingangsbahnen. Das Lagergut kommt direkt aus der Produktion und wird chargenweise eingelagert. Die Fördertechnik der beiden Wareneingangsbahnen führt die Wareneingangspaletten auf einen Verfahrwagen. Dieser übernimmt die Paletten und bedient den Einlagerungsstich für das Kanallager. Über eine kurze Förderstrecke werden die Paletten dem Regalbediengerät zugeführt, das die Kanäle des eingassigen Lagers bedient.




