In der Niederlassung Bocholt konzentriert sich die Fiege Dienstleistung hauptsächlich auf die logistische Abwicklung von Markenspirituosen. Im Zuge der Umbaumaßnahmen des bereits existierenden Lagersystems sollte auch die Verpackungstechnik optimiert werden. Bisher wurden bei Fiege Paletten mit einem Wickelautomat verpackt. Um alle Anforderungen an die ideale Verpackungstechnik für den Handel zu erfüllen, wandte sich Fiege Bocholt auch an die Distributionscenter der Endkunden, um Erfahrungen aus Kundensicht zu sammeln. Zudem konnten damit auch die Anforderungen anderer zu beliefernder Zentrallager abgedeckt werden. Eine der wichtigen Ansprüche des Zentrallagers des Endkunden war, dass die Palettenkufen frei bleiben und die Folie das Palettenholz ab der Oberkante maximal 45 mm bedeckt. Somit entfiel die Schrumpfhaubentechnik als Verpackungsmöglichkeit, da diese die Palettenkufen komplett abdeckt.
Zu den weiteren Anforderungen gehörten die Transportsicherung, der Diebstahlschutz, die Barcodeerkennung sowie die Möglichkeit, alle Höhen ohne Vorsortierung, Folienwechsel und unnötigen Folienverbrauch abzuwickeln. Da weder die Wickel- noch die Schrumpfhaubentechnik alle Voraussetzungen erfüllt, suchte Fiege nach Alternativen im Bereich der Stretchhaubentechnik und wurde bei Beumer fündig.
Die Verpackungsmaschine Stretch Hood erfüllte die geforderten Auschreibungsprofile. Vorteilhaft war auch die für die Aufgabe notwendige Robustheit sowie Stabilität. Da bei Fiege überwiegend hochwertige Markenprodukte versendet werden, legte der Auftraggeber besonderen Wert auf die Standfestigkeit der Hochleistungsmaschine.
Zwischen den Spitzen des Weihnachts- und Ostergeschäftes sollte die neue Maschine in den laufenden Betrieb integriert werden. Ein halbes Jahr nach Fertigstellung der umgebauten Halle wurde die 22 m lange Stretchhaubenanlage innerhalb von zwei Wochen installiert. Im Technikum von Beumer konnten in ausführlichen Testverfahren die optimalen Folien für den speziellen Bedarf ermittelt werden. Ergänzend zur Verpackungsmaschine hält Fiege einen Vorrat an Folien bereit, die den individuellen Bedürfnissen des Logistikunternehmens entsprechen.
Inzwischen verpackt die Anlage rund 1 000 Paletten täglich. Dabei wird die Palette lediglich auf der Rollenbahn abgesetzt und durch Scannen die Größe der Produktpalette und der notwendige Folienbedarf ermittelt. Die Palette wird automatisch verpackt und erhält am anderen Ende der Rollenbahn ein Label mit dem Lieferziel. Für den kompletten Verpackungsprozess ist lediglich ein Mitarbeiter notwendig, der die verpackten Paletten mit dem Label versieht, wobei die Versandpapiere automatisch generiert werden.
Rund 25 Kommissionierer versorgen die Anlage mit unterschiedlichst gepackten Paletten. 15 Palettenstellplätze ermöglichen auch in Spitzenzeiten die schnelle Anlieferung der Ware, ohne auf einen freien Palettenplatz warten zu müssen. Mit einer dreifachen Scannung der Größe ermittelt die Anlage vollautomatisch die genaue Menge der benötigten Folie, wodurch überflüssiger Folienverbrauch verhindert wird und trotzdem eine sichere Ladungsstabilität gegeben ist.




