Michael Gursch
Grundgedanke der ökologischen Gestaltung von Produktionsprozessen ist die Vermeidung von Abfall. Da sich dieses Ziel nicht immer erreichen lässt, kommt der Verwertung der Abfälle eine große Bedeutung zu. So ist die Ersatzbrennstoffherstellung und -verwertung zu einem wichtigen Thema geworden. Beispielsweise werden die Ersatzbrennstoffe in Zementwerken und Kraftwerken verfeuert sowie in Pyrolyseanlagen vergast.
Die Aufarbeitung von DSD-Verpackungskunststoffen läuft in mehreren Stufen ab. Zuerst werden die Mischkunststoffe sortiert. Die sortenreinen Fraktionen und die Mischkunststoffe werden je nach Verschmutzungsgrad einem stofflichen Recycling zugeführt. In die Müllverbrennung gelangen die Sortierreste. Das werkstoffliche Recycling spielt auch bei der Weiterverwendung von Produktionsabfällen eine wesentliche Rolle. Einerseits lässt sich so eine ganzheitliche Herangehensweise an eine umweltfreundliche Produktion verwirklichen. Zum anderen leistet das werkstoffliche Recycling von Produktionsabfällen einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Produktionskosten.
Das Pelletieren ist ein universell einsetzbares Verfahren zur Kompaktierung von Feststoffen, bei dem die Partikelhaftung durch von außen wirkende Kräfte unterstützt wird. Das bedeutet, dass das Produkt durch Presswerkzeuge so verdichtet wird, dass sich Agglomerate bzw. Pellets mit ausreichender Festigkeit bilden. Die Pressagglomeration bzw. das Pelletieren nach dem Kollergangprinzip hat in viele Indust-riezweige Eingang gefunden. Mit Hilfe dieses Verfahrens lassen sich u.a. folgende problematische Produkteigenschaften beseitigen:
- heterogene bzw. schwankende Produktzusammensetzung
- niedrige Produktdichte
- zu geringe mittlere Korngröße, die zur Staubbildung führt
- Bildung von Klumpen
Diese genannten Produkteigenschaften erschweren die Weiterverarbeitung der Feststoffe. Ganz anders die Situation bei pelletierten Abfällen. Sie lassen sich besser dosieren, fördern, mischen und lagern.
Bei den Kahl-Flachmatrizenpressen rotieren die Koller auf einer horizontalen runden Flachmatrize. Die für den Pressvorgang wichtigsten Werkzeuge sind die Koller sowie die gelochte Matrize (Lochscheibe). Auf letzterer bildet sich eine Produktschicht, die vom Koller überrollt und erfasst wird. Beim Weiterrollen wird die Produktschicht eingezogen und verdichtet. Das Material wird senkrecht axial durch die Presskanäle gepresst. Die Anzahl und die Abmessungen der Koller lassen sich flexibel handhaben und hängen von den konkreten Bedingungen beim Anwender ab.




