Die Autorin: Julia Eckstein Anwendungsberatung, Freudenberg Process Seals
Viele Anlagen- und Maschinenhersteller, die die Prozessindustrie beliefern, setzen für Verschraubungen im oder am Produktraum aufwendige und auch selbst entwickelte Sonderlösungen ein, um das Unterwandern der Schraubenköpfe oder Muttern mit Produkten aus der Lebensmittelindustrie, Pharmazie und Biotechnologie zu verhindern. Die vollkommene Reinigbarkeit dieser Bereiche ist die einzige Absicherung für die Produzenten verderblicher Lebensmittel oder hochreiner Arzneimittel. Bei Schraubverbindungen besteht generell das Risiko, dass eingedrungene Substanzen nur durch Demontage wieder entfernt werden können. Heutzutage werden derartige Anlagen aber ohne Demontage im CIP(Cleaning in Place)-, WIP(Washing in Place)- und SIP(Sterilization in Place)-Verfahren gereinigt.
Aus diesem Grunde hat Freudenberg Process Seals hygienisch unbedenkliche Unterlegscheiben mit Dichtring – den Hygienic Usit – entwickelt. Diese Dichtringe sind eine Weiterentwicklung der bereits im allgemeinen Maschinenbau eingesetzten Usit-Ringe, die ruhende Maschinenteile auf einfache und wirtschaftliche Weise gegen flüssige und gasförmige Medien abdichten. Sie bilden eine Kombination aus metallischer Flachdichtung und elastomerem Dichtwulst zur statischen Abdichtung.
Dabei kann der trapezförmig ausgebildete, gummi-elastische Dichtwulst je nach spezifischer Anforderung sowohl am Innen- wie auch am Außendurchmesser der Metallscheibe anvulkanisiert sein. Diese im Maschinenbau eingesetzten Dichtelemente sind allerdings aufgrund der hygienisch ungünstigen Bauform für die Prozesstechnik nicht geeignet beziehungsweise nicht zugelassen.
Freudenberg Process Seals hat deshalb die außendichtende Bauform auf eine spezielle Schraube und Hutmutter hin völlig neu ausgelegt. Zusammen mit Schraube und Hutmutter nach DIN EN 1665 bildet der Hygienic Usit nun eine sehr gut reinigbare Kombination, die bereits vom Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität nach der EHEDG-Cleanability-Methode überprüft und für gut befunden wurde.
Bei traditionellen Schraubverbindungen kann sich Flüssigkeit unter einem Schraubenkopf und im Gewindegang festsetzen. Das ist auf keinen Fall EHEDG-konform und damit unhygienisch. Mit dem Hygienic Usit wird eine „saubere“ Abdichtung eines Schraubenkopfes mit Flansch nach DIN EN 1665 in produktberührten Bereichen oder innerhalb von aseptischen Isolatoren gewährleistet. Durch die optimierte Abdichtung wird verhindert, dass das Medium unter den Schraubenkopf gelangen kann und dort Verkeimungen hervorruft. Die individuelle Auslegung des Hygienic Usit auf die Sechskantschraube mit Flansch bietet sauberes Anliegen des Dichtwulstes am Flansch und verhindert somit die Bildung von Toträumen für das Absetzen von Mikroorganismen.




