Frank Otto
Die volumetrische Durchflußmessung erfolgt in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie häufig durch magnetisch-induktive Durchflußmesser (IDM), die sich aufgrund ihres glatten und freien Meßrohres problemlos reinigen lassen. Die schonende Produktbehandlung im Meßgerät ermöglicht das Messen und Abfüllen von aufgeschlagenen sowie mit mechanischen Meßsystemen schwierig zu verarbeitenden Produkten. Eine Mindestleitfähigkeit größer 0,05 µS/cm ist allerdings Voraussetzung. Je nach Applikation, Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren der Produkte sowie deren Beschaffenheit sind die IDMs in geschalteter Gleichfeldtechnik oder in Wechselfeldtechnik einzusetzen. Die Geräte stehen meist als Kompaktversion oder in getrennter Technik zur Verfügung. Bei hohen Temperaturen, Rohrleitungsvibrationen oder bei unzugänglichen Meßstellen sollte auf die getrennte Technik mit externem Meßumformer zurückgegriffen werden.
IDM-Systeme sind in der Regel komplett aus Edelstahl gefertigt und besitzen eine formstabile, vakuumfeste PFA- oder Keramikauskleidung des Meßrohres. Ein großer Vorteil der PFA ausgekleideten Geräte ist die Robustheit des Werkstoffes und die hohe Materialbelastbarkeit bei Temperaturschocks. Im Vergleich zu Keramikgeräten können mit PFA ausgekleidete Geräte CIP/SIP gereinigt und anschließend sofort mit kaltem Meßstoff gefahren werden (z. B. bei der Biermessung: CIP-Temperatur ca. 130 °C, Mediumstemperatur zwischen 3 und 4 °C). Durch die Konstruktion und den Aufbau der Aufnehmer sowie die Materialauswahl erreichen die Geräte hohe Genauigkeiten und Reproduzierbarkeiten (kleiner 0,2% vom Meßwert).
Die in den Durchflußmessern eingesetzten Dichtungen sind einem natürlichen Verschleiß ausgesetzt und werden daher über eine Leckagebohrung im Prozeßanschlußadapter überwacht. Ist der Dichtring defekt, tritt das Medium durch diese Bohrung sichtbar aus. Über einen metallischen Anschlag wird sichergestellt, daß lediglich eine definierte Verformung der Dichtung zugelassen wird, und somit auch eine Zerstörung der Auskleidung durch ein zu starkes Anziehen des Prozeßanschlußadapters ausgeschlossen ist.
Die Vielzahl der zum Einsatz kommenden Prozeßanschlüsse haben bei den IDM-Geräten zu einer flexiblen Anschlußtechnik geführt. Mit Hilfe eines Adapters wird der effektive Innendurchmesser des Meßrohres an die Prozeßrohrleitung bzw. den Prozeßanschluß angepaßt. Dadurch sind keine Spalten und Kanten vorhanden, die Einflüsse auf die Reinigbarkeit des Meßrohres und auf die Genauigkeit bzw. Reproduzierbarkeit der Messung haben könnten (Abb. 1).
Prozeßanschlüsse müssen vor Ort auswechselbar sein (Abb. 2). Der Trend zu modular aufgebauten Konzepten greift daher auch bei der Aufnehmertechnik. Dieses wiederum ist Voraussetzung für eine schnelle Verfügbarkeit im Servicefall, was eine Reduzierung der Stillstandszeiten sowie der Ersatzteilhaltung bedeutet.




