Die Belegschaft und die Fertigung vor Produktionsrisiken zu schützen, hat für Anlagenbetreiber höchste Priorität. Eine technische Prävention sind Lockout-Tagout- oder LoTo-Vorrichtungen. Mit diesen Einschaltsperren können Betriebe potenziell gefährliche Geräte zeitweise verriegeln und ein versehentliches Aktivieren verhindern. GEA hat für seine hygienischen und aseptischen Ventile eigene LoTo-Lösungen entwickelt, die verschiedene Einsatzbedürfnisse und Sicherheitsstufen abdecken.
Höher, schneller, weiter – und das alles noch penibel dokumentiert: Im globalen Wettbewerb der Nahrungsmittelhersteller steigen die Ansprüche an die Leistung von Industrieanlagen ebenso wie die Belastungen für die Betriebe. Das treibt die Risiken und damit das Sicherheitsbedürfnis in neue Höhen. Das Thema Arbeitssicherheit des Anlagenpersonals hat viele Adressaten, ist im Interesse der Unternehmen, ihrer Beschäftigten, der Vertretungs- und Schutzorgane und der Verbraucher gleichermaßen. Lösungen sind gefragt, die den Produktionsbetrieb umfänglich schützen.
GEA hat ein Absperrkonzept entwickelt, das betriebsweit die gesamte Ventiltechnik umfasst. Seit Oktober 2021 bietet das Unternehmen für sämtliche hygienische und aseptische Prozessventile eigene LoTo-Lösungen an. Die Anwender können für jedes Ventil unter verschiedenen Sperrvorrichtungen wählen und dabei unterschiedliche Einsatzbedürfnisse und Sicherheitsstufen abdecken. Damit erreichen sie ihre Präventionsziele kurzfristig und effizient, ohne sicherheitsgefährdende Kompromisse einzugehen.
Wartung als Präventionsschwerpunkt
Prozessventile mit LoTo-Lösungen lassen sich an vielen Einsatzpunkten in flüssigkeitsverarbeitenden Anlagen einsetzen. Nahezu unverzichtbar erweist sich LoTo aber beim Unfallschwerpunkt Installations- oder Wartungsarbeiten. Hier liegt die Unfallquote zehn- bis 20-mal höher als in der Fertigung, sagt die deutsche Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemie. Auch die U.S.-amerikanische Arbeitssicherheitsbehörde OSHA (Occupational Safety and Health Administration) zählt Mängel in der Wartungssicherheit zu den häufigsten Unfallursachen in Betrieben, denn Wartungsarbeiten sind anfälliger für menschliche Fehler. Abläufe und Umstände sind weniger eingeübt, Handgriffe nicht selbstverständlich. Zudem verschärfen weitere Entwicklungen in der Arbeitswelt den Handlungsbedarf: Die Belegschaften fluktuieren stärker, sodass nicht mehr dasselbe Maß an Routine vorausgesetzt werden kann. Außerdem steigen Regulierungs- und Dokumentationspflichten für Anlagenbetreiber.
Dabei geht ein Großteil der Gefährdung von Prozessventilen aus. Wird ein Ventil planwidrig geöffnet, kann der freigesetzte Druck im nachgeschalteten Rohrleitungsnetz Armaturen abplatzen lassen und in der Nähe arbeitende Personen verletzen. Gase oder Flüssigkeiten können austreten, zu Verätzungen oder Verbrühungen führen, die Atemluft verdrängen oder sich entzünden.




