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    Ventile sicher absperren
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    Technik

    Ventile sicher absperren

    GEA hat für hygienischen und aseptische Ventile eigene LoTo-Lösungen entwickelt, die verschiedene Einsatzbedürfnisse und Sicherheitsstufen abdecken.
    Veröffentlicht
    14. April 2022
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Die Belegschaft und die Fertigung vor Produktionsrisiken zu schützen, hat für Anlagenbetreiber höchste Priorität. Eine technische Prävention sind Lockout-Tagout- oder LoTo-Vorrichtungen. Mit diesen Einschaltsperren können Betriebe potenziell gefährliche Geräte zeitweise verriegeln und ein versehentliches Aktivieren verhindern. GEA hat für seine hygienischen und aseptischen Ventile eigene LoTo-Lösungen entwickelt, die verschiedene Einsatzbedürfnisse und Sicherheitsstufen abdecken.

    Höher, schneller, weiter – und das alles noch penibel dokumentiert: Im globalen Wettbewerb der Nahrungsmittelhersteller steigen die Ansprüche an die Leistung von Industrieanlagen ebenso wie die Belastungen für die Betriebe. Das treibt die Risiken und damit das Sicherheitsbedürfnis in neue Höhen. Das Thema Arbeitssicherheit des Anlagenpersonals hat viele Adressaten, ist im Interesse der Unternehmen, ihrer Beschäftigten, der Vertretungs- und Schutzorgane und der Verbraucher gleichermaßen. Lösungen sind gefragt, die den Produktionsbetrieb umfänglich schützen.

    GEA hat ein Absperrkonzept entwickelt, das betriebsweit die gesamte Ventiltechnik umfasst. Seit Oktober 2021 bietet das Unternehmen für sämtliche hygienische und aseptische Prozessventile eigene LoTo-Lösungen an. Die Anwender können für jedes Ventil unter verschiedenen Sperrvorrichtungen wählen und dabei unterschiedliche Einsatzbedürfnisse und Sicherheitsstufen abdecken. Damit erreichen sie ihre Präventionsziele kurzfristig und effizient, ohne sicherheitsgefährdende Kompromisse einzugehen.

    Wartung als Präventionsschwerpunkt

    Prozessventile mit LoTo-Lösungen lassen sich an vielen Einsatzpunkten in flüssigkeitsverarbeitenden Anlagen einsetzen. Nahezu unverzichtbar erweist sich LoTo aber beim Unfallschwerpunkt Installations- oder Wartungsarbeiten. Hier liegt die Unfallquote zehn- bis 20-mal höher als in der Fertigung, sagt die deutsche Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemie. Auch die U.S.-amerikanische Arbeitssicherheitsbehörde OSHA (Occupational Safety and Health Administration) zählt Mängel in der Wartungssicherheit zu den häufigsten Unfallursachen in Betrieben, denn Wartungsarbeiten sind anfälliger für menschliche Fehler. Abläufe und Umstände sind weniger eingeübt, Handgriffe nicht selbstverständlich. Zudem verschärfen weitere Entwicklungen in der Arbeitswelt den Handlungsbedarf: Die Belegschaften fluktuieren stärker, sodass nicht mehr dasselbe Maß an Routine vorausgesetzt werden kann. Außerdem steigen Regulierungs- und Dokumentationspflichten für Anlagenbetreiber.

    Dabei geht ein Großteil der Gefährdung von Prozessventilen aus. Wird ein Ventil planwidrig geöffnet, kann der freigesetzte Druck im nachgeschalteten Rohrleitungsnetz Armaturen abplatzen lassen und in der Nähe arbeitende Personen verletzen. Gase oder Flüssigkeiten können austreten, zu Verätzungen oder Verbrühungen führen, die Atemluft verdrängen oder sich entzünden.

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    Rein organisatorische Maßnahmen wie Betriebsanweisungen reichen nicht aus, um dieses Unfallrisiko zu stoppen. Viele Präventionsbestimmungen fordern deswegen eine technische Umsetzung, ohne sich aber auf ein System festzulegen. Unternehmen zögern auch deshalb, sinnvolle LoTo-Maßnahmen umzusetzen, weil die Behörden für Planer viele Fragen offenlassen. Meist sind nur Ziele für die LoTo-Ausstattung vorgegeben, es fehlt jedoch an verbindlichen Eckpunkten dafür, wie sie präzise zu erfüllen sind. Dies gilt für den „Standard for The Control of Hazardous Energy (Lockout/Tagout)“ der Arbeitsschutzbehörde OSHA in den USA ähnlich wie für die Vorgaben der Berufsgenossenschaften in Deutschland. GEA hat die „Wie-Frage“ mit seinem LoTo-Konzept beantwortet und lässt die Technik dort einspringen, wo der Mensch bei der Vorsorge an seine Grenzen stößt.

    Schlüssel-Schloss-Prinzip

    Eine LoTo-Einheit von GEA besteht aus einer Absperrung, die das Ventil im geöffneten oder geschlossenen Zustand fixiert, und optional aus einem Schloss, das nur Befugte öffnen können. Die Art der Fixierung richtet sich nach dem Ventiltyp, ist für alle Nennweiten und Antriebsgrößen verfügbar und problemlos nachrüstbar.

    Jedes Ventil hat mehrere, im Ansatz sehr verschiedene Absperrlösungen zur Auswahl. Was vorrangig ist, definiert der Anwender für die Prozessstationen: So lassen sich zur Sicherung bestimmte Ventile oder ganze Ventilknoten mit LoTo versehen. Beispielsweise hat ein kanadischer Anwender von GEA 1 600 LoTo-Vorrichtungen für alle Scheibenventile seiner Anlage bestellt. Andere Betreiber bestimmen gezielte Einzelventile, um Gefahrenpotenziale zu vermeiden.

    Für pneumatisch angesteuerte Ventile sind besonders unkomplizierte Air-Lock-Lösungen verfügbar. Die Idee dahinter: Für die Dauer der Sperrung wird einfach die Druckluftzufuhr zum Ventilantrieb unterbrochen. Ein fälschlich ausgelöster Steuerimpuls greift nicht und das Ventil bleibt in der zuvor eingestellten offenen oder geschlossenen Position. Um die Sperrung zu aktivieren, muss der zuständige Mitarbeiter lediglich den Steuerluftschlauch am Ventilsteuerkopf abziehen und die Schließvorrichtung anbringen.

    Sperrungen für maximale Sicherheit

    Eine allein auf die Steuerung einwirkende Sicherung reicht jedoch nicht für jedes Anforderungsniveau aus. Durch mechanische Einflüsse von außen wie Druckschläge in der Rohrleitung kann sich ein Ventil weiterhin öffnen. Deswegen sind zudem besonders sichere Disk-Lock-Sperrungen verfügbar. Beim Disk Lock für hygienische und aseptische Sitzventile wird ein Verschlussdeckel fest auf den Antrieb geschraubt und der Ventilteller somit unbeweglich gemacht. Dieses Lösungsprinzip bietet maximale Sicherheit vor Bedienungsfehlern und sonstigen Fehlerursachen.

    Eine vergleichbar hohe Sicherheit für sterile Faltenbalgventile leisten Bellow-Lock-Schließvorrichtungen. Dabei kann durch leichten Druck auf die Haube des Ventils eine formschlüssige Verbindung zum Handrad hergestellt werden, was eine Schließung sowie eine Öffnung des Ventils ermöglicht (Bellow Lock). Eine vollständige Verriegelung erfolgt im geschlossenen Zustand.

    Bei manuellen und pneumatischen Scheibenventilen blockiert das Disk Lock die Drehung des Antriebs in offener oder geschlossener Stellung. Für isolierte Rohrleitungen ist eine verlängerte Variante erhältlich. Für Scheibenventile mit pneumatischem Antrieb bietet sich alternativ das Air Lock am Steuerkopf als Absperrlösung an.

    Nach dem LoTo-Prinzip kann bei jeder dieser Vorrichtungen nur autorisiertes Personal eine Sperrung aufheben. Der jeweilige Status wird durch Tagout-Kennzeichen am Gerät sowie an zentraler Stelle dokumentiert. Die LoTo-Lösungen von GEA sind für alle gängigen Schlossgrößen konzipiert. Die Anlagenbetreiber können somit ihre bereits verwendeten Sicherheitskonzepte an den Ventilen fortführen.

    Erleichterte Dokumentation

    Das individuelle LoTo-Programm macht es Anwendern leicht, ihre Sorgfaltspflicht gegenüber dem Personal zu wahren und die Sanktionsfallen zu vermeiden. Beispielsweise verlangt das LoTo-Factsheet der OSHA eine Gewährleistung der LoTo-Tauglichkeit für alle neu angeschafften oder auch neu überholten Technikkomponenten. Gefordert wird auch eine Autorisierung des Geräteherstellers für jede Absperrlösung. Da Ventil und LoTo-Lösung aus einer Hand stammen, müssen Anwender nicht für jedes Gerät und jedes LoTo-System erneut abwägen, ob die gewählte Lösung den Prüfungen standhält, sondern es genügt der Verweis auf das zugehörige LoTo-Programm.

    GEA Group Aktiengesellschaft, Düsseldorf

    Halle 5.1, Stand C11

    Autorin Lisa Schmidt

    Product Sales Managerin,

    GEA

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