Der Markt für pflanzliche Milch- und Käsealternativen ist zwar noch jung, aber vielversprechend. Es ist ein dynamisches Umfeld mit vielen neuen Produkten. So individuell wie die Produkte, sind auch die Anforderungen für das hygienische und effiziente Verarbeiten und Verpacken pflanzlicher Käsealternativen. Neue Wege sind daher gefragt.
Seit einigen Jahren beeinflussen die Megatrends Gesundheit und Neo-Ökonomie unsere Ernährung. Insbesondere tierische Produkte sind hiervon stark betroffen. So gibt es für Milch, Käse, Sahne und Co. seit wenigen Jahren eine Vielzahl verschiedener Alternativen. Gleichzeitig ist der Pro-Kopf-Konsum von Milch und Milchprodukten weltweit leicht steigend, berichtet der Food Outlook der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations). Dieser betrug 2020 noch 117,4 kg, während die Prognose für 2024 bei 120,6 kg liegt. Deutschland steht laut Statista Consumer Market Insights weltweit auf Rang 4 im Hinblick auf den Umsatz mit Milchalternativen. Viele Hersteller von Milchprodukten, Start-ups ebenso wie etablierte Unternehmen, sehen diesen Entwicklungen nicht nur zu, sondern erweitern ihr Sortiment und beteiligen sich an diesem neuen Untersegment des Marktes.
Die dabei neu entstehenden Alternativprodukte, vom Milchersatz selbst bis hin zu Käse, Aufstrichen und Desserts, stellen individuelle Anforderungen an das Verarbeiten und Verpacken. Themen wie Haltbarkeit und Nachhaltigkeit spielen eine besondere Rolle. Hersteller stehen dabei vor mehreren Herausforderungen: Zum einen kann es hinsichtlich der Verarbeitungs- und Verpackungsprozesse und den eingesetzten Maschinentechnologien noch an Know-how fehlen und zum anderen ist beim Branding des Produktes einiges zu beachten. Produzenten, die neben dem alternativen Proteinprodukt auch tierische Produkte vertreiben, müssen hinterfragen, ob beispielsweise das Herausstellen der Nachhaltigkeit von pflanzlichen Käsealternativen als Kritik am tierischen Produkt verstanden werden könnte. Dieses Risiko kann umgangen werden, wenn die Alternativen über eine eigene, neue Marke angeboten werden. Dabei fallen die Vorteile der Vermarktung über die bereits etablierte und erprobte Marke jedoch weg, dies müssen Hersteller abwägen.
Moderne Ansätze für pflanzlichen Käsealternativen
Produkte, die auf pflanzlichen Zutaten basieren, können sich vom tierischen Pendant unterscheiden: Tierischer Käse durchläuft einen Reifeprozess. Dies kann bei pflanzlichem Käse auch der Fall sein, wenn ein Reifeprozess mit Kulturen, die aus einer Mischung aus Milchsäurebakterien bestehen, gewählt wird. Alternativ ist auch ein Herstellungsprozess verbreitet, der auf die Fermentation verzichtet. In diesem Fall werden Rohstoffe gemischt und mithilfe lebensmitteltechnologischer Verfahren die Textur und der Geschmack erzeugt.




