Dr. Gerhard Nowack
Produktionsverluste in der Milch verarbeitenden Industrie sollten nicht zu Engpässen bei der Versorgung der Kunden mit Hauptumsatzträgern führen. Dieses etwas provokante Bild ist nicht real, aber in Molkereien, Käsereien und ähnlichen Betrieben sind Produktionsverluste beispielsweise aufgrund von Reinigungsschritten unvermeidlich. Dabei werden die verloren gegangenen Wertstoffe häufig erst in der angeschlossenen Kläranlage entdeckt.
Das Betriebspersonal derartiger Kläranlagen wird alarmiert, wenn eine Mischung aus toxischem Stoß (Reinigungsmittel) und Produkt die Anlage erreicht. Um in Molkerei- und Käsereiabwässern derartige Stöße und die damit verbundene tatsächliche Belastung festzustellen, suchen die Milch verarbeitenden Produktionsbetriebe seit langem nach einer geeigneten Lösung, einem möglichst einfachen, zuverlässigen und wartungsarmen System. Mit Hilfe einer kontinuierlich arbeitenden Online-BSB-Messung kann eine derartige Überwachung lückenlos erfolgen. Da in der Regel ein Abwassersammelschacht aus den verschiedenen Produktionsabteilungen vorhanden ist, können mit gleichzeitiger Aufzeichnung der Pumpenlaufzeiten die Frachten, die Belastungsquellen und -ursachen zurückverfolgt werden.
Zur Bestimmung der Fracht stehen prinzipiell mehrere Fracht- oder Summenparameter zur Verfügung. Als bekannteste Größe ist der CSB zu nennen. Hier gilt es zu beachten, dass der CSB einige Stoffklassen nicht erfasst. So sind primäre, sekundäre und tertiäre Amine schwer aufzuschließen und tragen gemäß CSB nicht zur Fracht bei, obwohl sie tatsächlich vorhanden sind. Der TOC bildet den gesamten organischen Kohlenstoff ab. Aufgrund der stark schwankenden, zum Teil großen Fettgehalte haben kontinuierlich arbeitende Online-Analysatoren für den CSB und TOC auf Dauer Schwierigkeiten, die realen Belastungen zu messen, da eine hohe Fracht Reinigungszyklen in kurzen Abständen nötig macht. Der optische Summenparameter SAK (Spektraler Absorptionskoeffizient gemäß DIN 38404) misst keine kurzkettigen Kohlenwasserstoffe. So werden beispielsweise einfache Alkohole nicht registriert. Der im Labor bestimmte BSB ist für eine effektive Überwachung zeitlich zu aufwändig. Der kontinuierlich arbeitende Kurzzeit-BSB hat den Vorteil, dass er die Belastung abbildet, die auch die Kläranlage abbauen kann. Dies ist der entscheidende Vorzug des BSB-Analysators Biox-1010 von Stip Isco. Im Falle der Milchverarbeitung hat es sich gezeigt, dass alle wichtigen Stoffgruppen aus der Produktion wie Molke, Rahm, Molkepaste und Milchzucker über den Biox-1010 erfasst werden.
Neben den Überlegungen, welcher Summenparameter die vorhandene Fracht optimal abbildet, sollten auch physikalische Randbedingungen Beachtung finden. Dazu gehören beispielsweise:




