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    Weltweit werden pro Jahr Exberry-Farben in rund 25 Mrd. Lebensmittelportionen verarbeitet. Doch wie lässt sich eine gleichbleibend hohe Qualität der
    Veröffentlicht
    06. November 2015
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Färbende Lebensmittel sind Zutaten, die mithilfe physikalischer Verfahren ausschließlich aus Gemüse, Früchten und essbaren Pflanzen hergestellt werden. Um den hohen Ansprüchen der Lebensmittelproduzenten gerecht zu werden, dürfen sie den chemisch hergestellten Alternativen in Sachen Vielfalt, Stabilität und Farbbrillanz in nichts nachstehen. Dies gewährleistet GNT durch eine lückenlose Kontrolle der Wertschöpfungskette. Durch sie kann nicht nur die ganzjährige Verfügbarkeit der Produkte, sondern auch vollständige Rückverfolgbarkeit und bestmögliche Preisstabilität sichergestellt werden.

    Die Auswahl der Rohwaren ist bei der Produktion färbender Lebensmittel der Schlüssel zum Erfolg. Grundsätzlich gilt: Werden Obst- und Gemüsesorten angepflanzt, die von Haus aus sehr farbintensiv sind, erzielt man einen optimalen Farbertrag. Die Vertragslandwirte, mit denen GNT seit Jahren eng zusammenarbeitet, bauen daher nur die Sorten zur Herstellung färbender Lebensmittel an, die sich in den unternehmenseigenen Versuchsreihen bewährt haben. Das gilt sowohl für Rohwaren aus der Region wie Karotte, Kürbis und Rettich, die etwa 80 % der insgesamt verarbeiteten Früchte und Gemüse ausmachen, als auch für Waren aus anderen Teilen der Welt. Produziert wird ausschließlich in den beiden Werken in Heinsberg (Deutschland) und Mierlo (Niederlande).

    Die Ernte erfolgt zum besten Reifezeitpunkt, wenn sich die Farbe optimal entwickelt hat. Der gesamte Prozess wird von Agraringenieuren vor Ort gesteuert und überwacht. Zudem werden regelmäßig umfangreiche Kontrollen durchgeführt, um die optimale Qualität der Rohwaren sicherzustellen.

    Während der sogenannten Frischkampagne, die von August bis Januar dauert, herrscht auf den Feldern rund um Mierlo und Heinsberg, aber auch in den GNT-Werken Hochbetrieb. Denn die Ware muss innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte verarbeitet werden. Dabei greifen die Mitarbeiter des 1978 gegründeten Familienunternehmens auf haushaltsübliche Verfahren zurück. Beim Herstellen der Frucht- und Gemüsekonzentrate kommen ausschließlich physikalische Verfahren zum Einsatz. In zahlreichen Verarbeitungsstufen wird gehäckselt, gekocht, gepresst und gefiltert. Chemische Zusatzstoffe sucht man hier vergebens. So sind die Konzentrate in jeder Phase der Herstellung ohne jegliche Bedenken verzehrbar. 95 % der Reststoffe werden anschließend für Viehfutter oder in Biogasanlagen verwertet, um Abfall weitmöglich zu vermeiden und die eingesetzten Lebensmittel optimal zu nutzen.

    Im letzten Produktionsschritt werden die Konzentrate zu Rezepturen gemischt, die auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kunden genau abgestimmt sind. Das Ergebnis der aufwendigen Prozedur kann sich im wahrsten Sinne sehen lassen: Über 400 Farben, also nahezu alle Nuancen des Regenbogens, umfasst die aktuelle Palette färbender Lebensmittel, die das Unternehmen unter dem Namen Exberry vertreibt. Zudem ist GNT der einzige Hersteller der Branche, der sich ausschließlich der Produktion färbender Lebensmittel widmet.

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    Noch vor der Produktion eines kundenspezifischen Endprodukts steht ein weiterer wesentlicher Schritt: die Entwicklung der Rezeptur. Hier kommen die Applikationsexperten des Farbenherstellers ins Spiel. Sie begleiten den gesamten Produktentwicklungsprozess der Kunden und bieten, wann immer nötig, maßgeschneiderte Lösungen an.

    Diese individuelle Betreuung ist gerade bei der Umstellung von Farbstoffen auf färbende Lebensmittel von besonderem Wert. Denn selbst wenn die Handhabung der natürlichen Farblösungen einfach und unkompliziert ist, bringt doch jedes Produkt seine eigenen Herausforderungen mit sich. In firmeneigenen Applikationszentren, aber auch bei den Kunden vor Ort, werden die Anwendungen der färbenden Lebensmittel in den jeweiligen Produkten umfangreich getestet, bis die gewünschte Farbnuance, -intensität und stabilität erreicht ist. Hier profitieren die Lebensmittel- und Getränkehersteller vom Applikations-Know-how der GNT-Experten.

    Auch um dieses kontinuierlich weiterzuentwickeln, setzt GNT auf komplette vertikale Integration. Denn sie ermöglicht die kontinuierliche Entwicklung von Neuprodukten und die Ausweitung der Rohwarenbasis. Innovative Farblösungen aus der Natur haben das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten als Pionier bekannt gemacht. In den 1990er-Jahren beispielsweise war es die GNT-Gruppe, die zu den Ersten gehörte, die Spirulina einsetzten, um Lebensmittel auf ganz natürliche Weise grün oder blau zu färben. Mit der Einführung färbender Lebensmittel für öl- und fettbasierte Produkte schloss man 2013 eine weitere Marktlücke.

    Färbende Lebensmittel kommen heute in nahezu allen Produktkategorien zum Einsatz, die gefärbt werden. Die wichtigsten Bereiche sind dabei Getränke, Süßwaren und Molkereiprodukte. In Europa beispielsweise enthalten bereits rund 80 % aller Limonaden, die auf den Markt gebracht werden, die natürlichen Konzentrate. Die GNT Gruppe beliefert insgesamt mehr als 1200 Kunden aus fast 70 Ländern – darunter sieben der zehn größten Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt. Auch in den Zukunftsmärkten in Asien und Südamerika wächst die Nachfrage. So sind die Exberry-Konzentrate inzwischen in weltweit rund 25 Mrd. Lebensmittelportionen pro Jahr enthalten. Theoretisch verzehrt jeder Mensch pro Jahr also 3,5 Portionen, in denen Gemüse-, Obst- und Pflanzenkonzentrate von GNT enthalten sind – eine Zahl, die in Zukunft dynamisch wachsen wird.

    Um den steigenden Bedarf zu decken, wurde im vergangenen Jahr in Mierlo eine neue Anlage eröffnet, die die Produktionskapazität des Unternehmens verdoppelt und damit Raum für die Entwicklung neuer Produktlinien und weiterer Innovationen schafft.

    Halle 7, Stand F10

    www.prozesstechnik-online.deSuchwort: dei1115gnt

    Geschäftsführer und Director Supply Chain Management,GNT-Gruppe

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