Wäschereien und textile Dienstleister gelten während der aktuellen Corona-Pandemie nicht als systemrelevant, obwohl das gesamte Gesundheitswesen, die Pflege und grundlegende Infrastruktur dringend auf hygienische und virenfreie Arbeitskleidung und Wäsche angewiesen ist. Es ist daher abzusehen, dass es schon bald zu Engpässen in vielen Hygienebereichen wie der Lebensmittel- und Pharmaindustrie kommen wird. Nach Ansicht des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes (DTV) besteht akuter Handlungsbedarf.
Obwohl Ärzte, Pfleger, Rettungssanitäter und viele andere, in Zeiten der Corona-Pandemie extrem wichtige Berufsgruppen derzeit am Rande ihrer Kapazitäten arbeiten, scheint die Bundesregierung deren Versorgung mit Wäsche und Schutzkleidung nicht so richtig Ernst zu nehmen. Das sagt zumindest der zuständige Verband DTV. Die Bundesregierung hat Wäschereien und textile Dienstleister nicht als systemrelevant eingestuft und das könnte noch zu Problemen führen: Im Fall der Fälle könnten die Betriebe nämlich geschlossen werden. Saubere und virenfreie Arbeitskleidung wäre dann nicht mehr verfügbar. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband fordert daher dringend: „Keine Betriebsschließungen von textilen Dienstleistern und Wäschereien.“
Auch wenn die Betriebe nicht geschlossen werden, droht Ungemach: Durch Kita-und Schulschließungen fällt in den Betrieben für die Textilversorgung das Personal – die Frauenquote in den Betrieben beträgt Zweidrittel – massiv aus. Trotz hoher Belastung wird die Notfallbetreuung verweigert, so der Verband.
Auch die Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstungen (Masken, Bekleidung) ist für Wäschereien essenziell. Die Wäsche aus den Krankenhausstationen gilt als infektionsverdächtig. Daher braucht auch das Wäschereipersonal Atemschutzmasken, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, um diese Wäsche sicher bearbeiten zu können.
Hygienetipps in Zeiten des Coronavirus
Einer der größten Dienstleister ist die Mewa Textil-Service aus Wiesbaden. Das Unternehmen reinigt die Kleidung von rund 1,2 Mio. Menschen. Warum sie sich auf die hygienezertifizierten Waschverfahren verlassen können, erläutert Matthias Zoch, Leiter der Umwelt- und Verfahrenstechnik bei Mewa im Gespräch.
Herr Zoch, können Viren die Waschprozesse bei Mewa überstehen?
Zoch: Nein, unsere Verfahren sind hygienisch validiert und sicher. Das ist die Wäsche in der Haushaltswaschmaschine nicht immer. Deshalb sind gerade Betriebe, die in hochsensiblen Bereichen wie Lebensmittel und Pflege tätig sind, auf der sichereren Seite, wenn sie ihre Mitarbeiterkleidung von Profis waschen lassen. Eine Ansteckung über bei Mewa-gewaschene Textilien ist nicht möglich. Unser Hygienemanagement gewährleistet die mikrobiologische Unbedenklichkeit der bei uns gewaschenen und ausgelieferten Textilien. Viren überstehen diese professionelle Industriewäsche nicht.




