Die Herstellung von Paniermehl ist ein komplexer Prozess, der viele verschiedene Produktionsschritte umfasst. Der Paniermehlhersteller Brata aus Neuss hat 2019 den Anlagenbauer Derichs mit der Realisierung einer neuen Produktionslinie beauftragt. Innerhalb nur eines Jahres verbauten die Derichs-Monteure am neuen Standort in Nettetal Komponenten wie Silos, Dosiergeräte, Backöfen, Mühlen und Siebe zu einer vollautomatischen Komplettanlage.
Die Brata Produktions- und Vertriebsgesellschaft KG aus Neuss bietet Industriekunden eine breite Palette an Trocken- und Nasspanaden für Fisch, Fleisch, Geflügel und Backteige. Das Familienunternehmen produziert seit 1953 Paniermehl, die erste vollautomatische Produktionsstraße wurde 1968 errichtet. Weitere folgten 1992 und 2007. Die vierte Anlage ist nun am neuen Standort in Nettetal in Betrieb gegangen, da in Neuss keine weiteren Ausbaumöglichkeiten bestanden. In Nettetal fand das Unternehmen ein ca. 120 000 m² großes Gelände, das eine optimale infrastrukturelle Anbindung bietet. Im Oktober 2020 wurde das 120 m lange und 22 m hohe Gebäude fertiggestellt. Zunächst sollen an diesem Standort 30 neue Arbeitsplätze entstehen, nach dem Endausbau sollen es 60 bis 70 werden.
Steigender Bedarf und die Investition in neue Technologien waren ausschlaggebend für den Bau einer neuen Produktionslinie. Die Konzeptentwicklung, das Projektmanagement und die Projektsteuerung der kompletten Anlage wurden von der Derichs GmbH Verfahrenstechnik aus Übach-Palenberg realisiert.
Dosieren der Rohstoffe
Die Herstellung von Paniermehl beinhaltet viele verschiedene Prozessschritte. Da das Produktprogramm von Brata zahlreiche Rezepte umfasst, ist die Rohstoffzugabe und -dosierung der erste Prozessschritt. Der Grundbestandteil jedes Paniermehls ist Mehl, das in der Rohstoffannahme mit Lkw angeliefert und von dort mithilfe einer pneumatischen Förderung in eines der sechs Mehlsilos gefördert wird.
In der Rohstoffzugabe werden die Hauptbestandteile eines jeden Rezepts, z. B. Salz oder Paprikapulver, vollautomatisch auf ein Förderband dosiert und im Anschluss in einen Kneter gefördert, dort mit den Flüssigkeiten gemischt und zu einem Teig verarbeitet. Da für die meisten Produkte ein sehr großer Förderstärkenbereich notwendig ist und sie sich teilweise schwer austragen lassen, wurden an dieser Stelle die Doppelwellendosiergeräte DDMG von Derichs verwendet. Mit diesen Dosiergeräten kann ein Förderstärkenbereich von 1:15 erreicht werden. Insgesamt werden in diesem Bereich bis zu sieben Trockenstoffe auf wenige Gramm genau dosiert. Eine gleichmäßige und genaue Dosierung ist für den späteren Teig von hoher Bedeutung, da sonst nach dem Ausformen ein ungleichmäßiger Teigteppich entsteht.




