Werner Schmid
Normalerweise verfügen aseptische Ventile mit Doppeldichtfunktion über zwei unabhängig voneinander arbeitende Ventilteller mit Faltenbalg, dazwischen liegt der Sicherheitsraum. Um die Dichtfunktion sicher zu stellen, ist beiden Ventilsitzen in der Ruhelage je eine Druckfeder zugeordnet. Infolge gegenläufiger Funktion beider Druckfedern vermindert sich die Dichtkraft der Hauptfeder am unteren Ventilsitz um die Kraft der Passivfeder – ein Vorgang mit Konsequenzen: Die Druck-verhältnisse im Sicherheitsraum stehen während der Reinigung des Leckagehohlraumes sowie beim Liften des Ventilsitzes immer in Abhängigkeit zur Passivfeder. Eventuell auftretende Druckspitzen können so über das zulässige Maß hinaus nicht kompensiert werden. Dadurch besteht die Gefahr einer Vermischung durch Anheben des oberen Ventilsitzes. Außerdem befindet sich bei Konzeptionen dieser Art ein Faltenbalg im Sicherheitsraum. Diese Einbausituation erfordert ein relativ großes Sicherheitsraumvolumen, das mit entsprechendem Produktverlust und erhöhtem Reinigungsaufwand verbunden ist.
Eine neuartige Ventilsitzkonfiguration ist entscheidender Pluspunkt der Stericom-Doppeldichtventile: Sie sind mit einem einteiligen Ventilteller am Metallfaltenbalg und doppelt radialen Ventilsitzen ausgerüstet. Dies ermöglicht die Steuerung des Ventils durch einen pneumatischen Antrieb mit Ein-Feder-Technologie. Diese Technik besitzt entscheidende Vorteile: An den Ventilsitzen steht die volle Federkraft zur Verfügung, sowohl in Ventilruhelage als auch während der Reinigungsphase durch Liften. Dadurch erhöht sich die Sicherheit gegen Anheben des oberen Ventilsitzes während des Liftens. Der Faltenbalg befindet sich bei dieser Anordnung nur auf der oberen Prozessschiene, nicht im Sicherheitsraum. Der einteilige Ventilteller mit ausgleichenden Flächen sorgt für Druckschlagfestigkeit im Sicherheitsraum. Das Sicherheitsraumvolumen ist klein, wegen der glatten Flächen ist die Reinigung einfach.
Ein metallischer Drosselspalt an den Ventilsitzen stellt während der Liftphasen sicher, dass der Eintrittsquerschnitt in den Sicherheitsraum kleiner ist als der Austrittsquerschnitt am Spülventil. Dadurch kann sich im Sicherheitsraum kein Druck aufbauen. Darüber hinaus wird durch die doppelt radialen Ventilsitze keine Federspannung frei, und das Ventiloberteil kann somit spannungsfrei vom Gehäuse gelöst werden. Dies erhöht die Wartungs- und Betriebssicherheit.
Die beiden Prozessschienen werden durch einen SIP-fähigen Sicherheitsraum absolut zuverlässig voneinander getrennt. Die beiden SIP-Absperrventile am Sicherheitsraum des Gehäuses steuern den Dampfeintritt und -austritt. Dabei sind die Absperrventile bündig, und somit totraumfrei am Sicherheitsraum angeordnet, was die optimale Reinigung gewährleistet. Außerdem besitzt der Sicherheitsraum Leerlaufeigenschaften. Ein weiterer Pluspunkt: Die SIP-Absperrventile sind lösbar am Gehäuse angeordnet. Die Lage der Ein- bzw. Austrittsstutzen an den SIP-Absperrventilen kann bei einer Stutzenstellung nach oben oder unten individuell gewählt werden. Dabei ist die Änderung der Stutzenstellung auch bei der Vor-Ort-Montage möglich. Die lösbare Verbindung macht zudem eine einfache Anschlussverrohrung möglich. Die pneumatischen Antriebe der SIP-Absperrventile sind in ihrer Wirkungsweise umkehrbar, federschließend oder federöffnend, ein Umbau ist auch vor Ort mit einfachen Handgriffen möglich.




