Die ersten Bühler-Mitarbeiter stellten vor 150 Jahren Einzelkomponenten für Getreidemühlen her. Aus Einzelteilen wurden ganze Anlagen. Heute ist Bühler einer der Weltmarktführer für die Verarbeitung von Getreide zu Mehl. Bereits 1903 baute das Unternehmen die erste Teigwarenanlage, die Grieß und Wasser zu Pasta verarbeitete. Schon vor über 100 Jahren dachte man daran, die gewonnenen Produkte weiterzuverarbeiten, um Mehrwert zu generieren. Dieses Ziel wird auch mit den Bühler-Extrudern verfolgt. Selbst Müllerei-Nebenprodukte wie Kleie und sehr dunkles Mehl können mithilfe eines Extruders weiterveredelt werden. Die Kleie wird z. B. zu Frühstückszerealien verarbeitet, Mehl zu knusprigen Krispies extrudiert, besprüht und getrocknet.
dei: Heutzutage müssen Mühlen mehr können als nur mahlen. Worin liegen die speziellen Herausforderungen?
Rubin: In den letzten Jahren sind die Anforderungen hinsichtlich der Prozessstabilität, der Hygiene und des Informationsflusses stark gestiegen. Um dem gerecht zu werden, hat Bühler jüngst den Walzenstuhl Antares entwickelt. Das kraftschlüssige und kompakte Walzenpaket zeichnet sich durch eine hohe Einstellgenauigkeit und Vermahlungsstabilität und -qualität aus. Dank ölfreien Hochleistungszahnriemen mit langen Standzeiten und produktberührenden Teilen aus rostfreiem Stahl werden bei der Wartung Einsparungen bis zu 30 % sowie eine höhere Verfügbarkeit der Anlage erreicht. Mit rostfreier Ausführung im Produktraum, einfach aufklappbaren Verdeckteilen und ausschwenkbaren Speisemodulen für die Restentleerung des Speiseraums erfüllt der Walzenstuhl Antares derzeitige Standards bezüglich Hygiene und Produktsicherheit in der Mühlenindustrie.
dei: Welche Voraussetzungen müssen dabei beachtet werden?
Rubin: Eine Voraussetzung für die perfekte Vermahlung ist die konstante und zuverlässige Produktspeisung. Die gravimetrische Produkterfassung über einen breiten Einlauf garantiert beispielsweise bei den Bühler-Walzen eine hohe Betriebssicherheit. Die stufenlose Regulierung der Speisewalzendrehzahl ermöglicht zudem eine gleichmäßige Produktdosierung auf die Mahlwalzen. Durch die Einbindung der Waagen in die Automationslösungen und konsequente Datenaufzeichnung durch firmeneigene Datenverarbeitung ist die Möglichkeit vollständiger Rückverfolgbarkeit und durchgehender Informationsflüsse heute standardmäßig gegeben. Als Beispiel sei hier auch die erfolgreiche Implementierung der NIR-Technologie in die Online-Prozesskontrolle genannt.
dei: Welche Anforderungen gibt es hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit?




