Das Hamburger Unternehmen Fristam wurde bereits 1868 von Hermann Krosch gegründet und 1909 vom Urgroßvater des seit 1988 amtierenden Geschäftsführers, Wolfgang Stamp, übernommen. Anfänglich handelte es sich um eine einfache Klempnerei. Damals wurden bereits Produkte hergestellt, die in irgend einer Form etwas mit Milch zu tun hatten, wie beispielsweise Inneneinrichtungen von Cafés oder Milchkühler. „Danach“, erzählt Wolfgang Stamp, „übernahm mein Großvater Friederich Stamp die Firma, strukturierte diese neu und baute den Vertrieb in Norddeutschland und später im gesamten Bundesgebiet auf. Unter seiner Führung konzentrierte man sich noch mehr auf die Produktion reiner Milchmaschinen, vor allem Milchkühler, aber auch bereits auf Pumpen.“
In den dreißiger Jahren erfolgte der Rückzug aus der Produktion von Milchkühlern und die Fokussierung auf das Pumpengeschäft. Die Erfahrungen, die das Unternehmen in diesen Anfangsjahren bei der hygienischen Aufbereitung und Förderung von Milch sammeln konnte, sind auch heute noch Bestandteil des Firmen-Know-hows. Bereits zum damaligen Zeitpunkt hatte Fristam die normale Kreiselpumpe und die selbstansaugende Pumpe im Angebotsspektrum. „Mein Vater, Heinz Stamp, nahm dann die Verdrängerpumpe mit ins Programm auf. So war bereits in den fünfziger Jahren im wesentlichen das Produktspektrum abgesteckt, das auch heute noch Geltung hat.“
In den siebziger Jahren begann Heinz Stamp damit, das Unternehmen am ausländischen Markt auszurichten. Der erste bedeutende Exportmarkt entstand in Holland. Dort wurde auch die erste Vertretung gegründet. 1977 gründete man die erste Tochtergesellschaft in den USA, die heute die Größte ist. Danach hat sich das Unternehmen im wesentlichen in Europa ausgebreitet. Das Konzept der Tochtergesellschaften behielt man bis zum heutigen Tage bei. Später in den achtziger und neunziger Jahren erfolgte die weitere Ausdehnung nach Südamerika, Australien und Asien.
Fristam produziert inzwischen in fünf Produktionsstätten weltweit. Die größte davon ist in Hamburg, vier weitere befinden sich in den USA, England, Japan und Indien.
„Wir konnten unseren Umsatz in den vergangenen zehn Jahren verdoppeln“, betont Stamp. „1997 hatten wir einen Umsatz von etwa 75 Millionen DM und wir sind nach wie vor im Wachstum begriffen. In den nächsten Jahren planen wir, die 100-Millionen-DM-Grenze zu überschreiten. Diese positive Entwicklung liegt im wesentlichen auch an unserem Tochterkonzept, mit dem wir überall neue regionale Märkte auftun, entdecken und hineinwachsen. Der größte Einzelmarkt stellt die USA dar, dicht gefolgt von Deutschland. Danach kommen Frankreich, Skandinavien und England. Wir liefern für Anwendungen, in denen dem Kunden sein Produkt lieb und teuer ist, in denen es nicht zerstört werden darf und hygienisch behandelt werden muß. Im Moment ist es unser Ziel, den Bereich Pharma und Biotechnologie weiter auszubauen und regional Marktanteile dazuzugewinnen. In Südamerika beispielsweise sehen wir noch ein starkes Wachstumspotential.“




