Die EU-weite Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln wird durch die Richtlinie (EG) Nr. 2002/46 geregelt. Mit der seit Dezember 2009 rechtsgültigen Verordnung (EG) Nr. 1170/2009 wurden die Listen der zugelassenen Vitamine und Mineralstoffe für Nahrungsergänzungsmittel überarbeitet und ergänzt. Nun wurden die Listen um einige weitere Mineralstoffe erweitert, beispielsweise um Bisglycinate (Calcium, Magnesium, Eisen etc.) und L-Pidolate (Calcium, Magnesium, Eisen). Bei letzteren handelt es sich um die Salze der L-Pyrrolidoncarbonsäure, einem Laktam der L-Glutaminsäure. In der Natur sind diese Säuren in Gemüse, Früchten oder Melasse zu finden.
Calcium kommt im menschlichen Körper größtenteils in Form von Calciumhydroxyapatit in Zähnen und Knochen vor. Daneben hat es eine wichtige Funktion bei der Erregung von Nerven und Muskeln. Auch zahlreiche Sekretionsprozesse, wie die Insulinausschüttung aus den b-Zellen der Bauchspeicheldrüse, sind nur in Gegenwart von Calcium möglich [1].
Natürliche Calciumquellen sind vor allem Milchprodukte sowie verschiedene Gemüsesorten und calciumhaltiges Wasser. Die Verfügbarkeit von Calcium aus der Nahrung liegt jedoch lediglich bei 30 bis 50%. Vor diesem Hintergrund ist der regelmä- ßige Konsum von calciumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll, um die derzeitig empfohlene tägliche Calciummenge zu erreichen. Sie liegt derzeit in der EU für Erwachsene bei 1000 bis 1500 mg/d (altersabhängig) [2]. Derart hohe Tagesdosen erfordern entsprechende Darreichungsformen. Das können für Calcium-präparate beispielsweise flüssige Zubereitungen sein, für die das Unternehmen Dr. Paul Lohmann Produkte wie Calciumlactat Plus bereit hält. Es enthält etwa 35 % mehr Calcium als herkömmliches Calciumlaktat.
Neben Calcium ist auch Magnesium ein äußerst wichtiges Mengenelement für die Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen. Die beiden Elemente greifen hinsichtlich ihrer Wirkungen in vielfacher Weise ineinander und funktionieren oft als Antagonisten. Als ein physiologischer Calciumantagonist hemmt Magnesium zum Beispiel calciumabhängige neuromuskuläre Erregungsvorgänge im Körper. Ein Magnesiummangel erhöht im Nervensystem die Nervenerregung und damit die Nervenleitgeschwindigkeit, was sich in nervösen Störungen äußern kann. In Muskelzellen blockiert Magnesium den Eintritt von Calcium in die Zelle. Bei einem Magnesiummangel entsteht außerhalb der Muskelzellen ein Ionenungleichgewicht zwischen Calcium und Magnesium und die Muskelzelle wird dauerhaft erregt, was zu schmerzhaften Muskelkontraktion führen kann. Dies lässt den Muskel schneller ermüden oder auch verhärten – ein Krampf entsteht [3].
Magnesium besitzt auch kardioprotektive Eigenschaften, indem es die koronaren und peripheren Gefäße erweitert. Daneben verringert Magnesium die Thrombozytenaggregation und senkt den Blutfettspiegel [3]. Fazit: Die beiden Mineralstoffe Calcium und Magnesium müssen in einem physiologischen Verhältnis konsumiert werden, um optimal absorbiert werden zu können. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. sollte die Calcium-Magnesium-Ratio bei 2:1 liegen. Nahrungsergänzungsmittel, die beide Mineralstoffe im vorgeschlagenen Verhältnis beinhalten, minimieren beispielsweise den Mineralverlust durch Schwitzen sehr gut [4].




