Andreas Weber
Weil die Trocknung meist am Ende einer Prozesskette steht, wird die Produktqualität maßgeblich durch den Trocknungsvorgang beeinflusst. Zur produktschonenden Vakuumkontakttrocknung von feuchten Feststoffen aus sämtlichen Bereichen der Prozessindustrie, haben sich neben nicht-durchmischten Systemen wie Hordenschränken, die meist zur Trocknung kleinerer Feststoffmengen verwendet werden, mittlerweile drei Systeme etabliert – die Taumel-, Horizontal- und Vertikaltrocknung. Bei allen drei Systemen findet eine Produktumwälzung während der Trocknung statt. Beim Taumeltrockner erfolgt diese per Schwerkraft, bei horizontalen bzw. vertikalen Systemen per Mischorgan. Die Temperierung wird beim Taumeltrockner über den Mantel reguliert, bei horizontalen bzw. vertikalen Systemen hingegen erfolgt sie darüber hinaus optional über das Mischorgan. In einer dazugehörigen Lösemittelrückgewinnungsanlage wird der Brüden kondensiert und gesammelt, um in der Regel an den Anfang der Prozesskette zurückgeführt zu werden. Von den drei Systemen ist der horizontale Vakuumkontakttrockner derzeit historisch bedingt am weitesten verbreitet. Bei diesem Verfahren wird das Gut über eine an zwei Stirnflächen gelagerte Welle zur verbesserten Wärmeübertragung durchmischt. Das System eignet sich durch die beidseitige Lagerung vor allem zum Trocknen von kohäsiven Feststoffen mit ausgeprägter Umbruchphase beim Übergang von freier zu gebundener Restfeuchte. In der Anwendung von horizontalen Trocknungssystemen sind allerdings Probleme bei der Verarbeitung von Feinchemikalien, Pharmaprodukten oder Lebensmitteln bekannt, die vor allem durch die produktberührte Lagerung entstehen können. Für die Betreiber entsteht daraus ein erhöhter Kontrollaufwand, um die angestrebte Produktqualität zu gewährleisten. Ein notwendiges zweites Wellenlager samt Abdichtung verursacht bei diesen Systemen zudem höhere Anschaffungs- und Wartungskosten. Nicht zuletzt bereitet das derzeit weit verbreitete horizontale Trocknungssystem aufgrund der ungünstigen Geometrie häufig bei der Entleerung Probleme durch große Rückstandsmengen. Denn gerade bei hochwertigen Produkten wie zum Beispiel bei Spezialchemikalien oder Pharmawirkstoffen zählt schließlich jedes Gramm an ausgetragenem Produkt.
Deutlich geringere Rückstandsmengen sind demzufolge ein klarer Vorteil von vertikalen Trocknern. Aufgrund des konischen Bodens wird hier der Produktaustrag erleichtert, was höhere Produktausbeuten ermöglicht. Zudem verfügen vertikale Systeme lediglich über ein anstatt zwei Lager, das darüber hinaus nicht produktberührt ist. Vor diesem Hintergrund hat Ekato zwei unterschiedliche Apparate mit vertikaler Bauart für das Trocknen von Feststoffen entwickelt. Vornehmlich für rieselfähige Güter findet der Feststoff-Paravisc in Solidmix-VST-Apparaten (vertikaler Schüttguttrockner) Verwendung. Speziell zum Verarbeiten von pastösen und schlecht fließenden Medien wurde das Isopas-Mischwerk entwickelt, das in Solidmix-VPT-Apparaten (Vertikaler Prozesstrockner) verwendet wird. Neben der speziellen Geometrie verfügt der Solidmix-VPT über einen Stromstörer, der ein Mitrotieren des Produktes verhindert und somit auch bei kritischen Fließeigenschaften eine homogene Durchmischung gewährleistet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Temperaturfühler im konischen Behälterteil vorzusehen sowie die Option, in den Stromstörer eine weitere Temperaturmessung zu integrieren, um so einen elementaren Prozessparameter redundant und direkt im Produkt zu erfassen.




