Dipl.-Ing. Johannes Niemöller
Die für die Bonbonherstellung benötigten Rohstoffe wie Wasser, Glukose, Isomalt usw. werden mit Hilfe einer Dosiersteuerung verwogen. Anschließend gelangt die so erzeugte wässrige Vormischung (Slurry) in einen Vorkocher, wo sie auf 112 °C erhitzt wird. Dabei nimmt der Wassergehalt der Slurry ab. Das Ergebnis ist eine Vorlösung, die man über einen Pufferbehälter in den Hauptkocher fördert. Ein magnetisch-induktives Durchflussmesssystem von Danfoss erfasst die Fördermenge in l/h. Es besteht aus einem Messaufnehmer MAG 1100 Food und einem Messumformer MAG 6000. Nach dem Durchlaufen des Hauptkochers gelangt die viskose Bonbonmasse in einen Vakuumraum. Hier stellt man den gewünschten Restwassergehalt ein. Nächste Station ist ein Rotor-Stator-Mischer. Hier werden über Injektionsdüsen Wirkstoffe, Aromen, Farbstoffe und andere Zutaten in die Bonbonmasse eingebracht und homogen miteinander vermischt. Aus dem Inlinemischer läuft die Masse auf ein temperiertes Stahlband, wo sie in verschiedenen Temperaturzonen auf die optimale Weiterverarbeitungstemperatur gebracht wird.
Die Dosieranlage arbeitet rezepturgesteuert. In Abhängigkeit vom Produkt und dem gewünschten Massefluss – er liegt im Bereich zwischen 500 bis 1500 kg/h – werden bestimmte Mengen an Wirkstoffen zudosiert. Das Führungssignal wird mit dem Messwert des magnetisch-induktiven Durchflussmessers Magflo in der Leitung zum Hauptkocher erzeugt. Die Dosierung der Wirkstoffmengen erfolgt in Abhängigkeit vom Führungssignal mit Coriolis-Durchflussmessern der Baureihe Massflo, ihre Genauigkeit beträgt 0,1% vom Messwert. Besondere Herausforderungen an die Durchflussmesser ergaben sich aus den großen Messbereichen (10 bis 500 ml/min), den durch die Kolbenpumpen bedingten pulsierenden Produktströmen und der hohen Dosiergenauigkeit von ±1%.
Der kombinierte Einsatz von magnetisch-induktiven und Coriolis-Durchflussmessern bietet dem Anwender entscheidende Vorteile. Die Fördermenge der Vorlösung wird mit einem magnetisch-induktiven Durchlussmessaufnehmer MAG 1100 Food mit PFA-Auskleidung und Hastelloy-Elektroden gemessen. Das Auskleidungsmaterial und der Elektrodenwerkstoff sind reinigungsfreundlich und chemisch resistent. Die Durchflussmesser erfüllen den strengen 3A-Sanitary-Standard.
Die PFA-Auskleidung, die mit einem speziellen Spritzgussverfahren aufgebracht wird, widersteht Temperatursprüngen von bis zu 100 °C/s und starken mechanischen Belastungen. Das Edelstahlgehäuse in Schutzart IP 67 bietet eine große Auswahl an Prozessanschlüssen in den Nennweiten DN 10 bis DN 100. Die Messgeräte können für Medien mit Temperaturen von -30 bis +130 °C eingesetzt werden. Im Falle einer Dampfsterilisation sind auch Temperaturen bis 150 °C möglich.




