Vielen Grillfreunden ist die Meggle-Kräuterbutter ein Begriff und es gibt kaum einen Hotelgast, der nicht schon mal die kleine Meggle-Portionsbutter vom Frühstücksbüffet genossen hat. Am Hauptsitz im bayerischen Wasserburg, eine knappe Stunde östlich von München gelegen, hat sich die Großmolkerei ganz auf die Herstellung von Butter- und Butterspezialitäten, Convenience-Produkten für den Endverbraucher sowie marktgerechten Produkten für die Gastronomie spezialisiert. Das Produktspektrum des über 125-jährigen Familienunternehmens umfasst dabei das gesamte Sortiment an modernen Molkereiprodukten: Von Butter über Milcherzeugnisse bis hin zu Käse findet hier jeder „Gourmeggle“ etwas für seinen Geschmack.
Was viel weniger bekannt sein dürfte, ist, dass Meggle gleichzeitig auch ein weltweit führender Zulieferer von Lactose für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie ist. Funktionale Trockenprodukte für die Lebensmittel-, Pharma- und die Futtermittelindustrie bilden das zweite Standbein des Unternehmens. So dient beispielsweise Meggle Pharmalactose in vielen Medikamenten als unverzichtbare Trägersubstanz. Sie verhält sich im menschlichen Organismus absolut neutral und verursacht keine unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Substanzen des Medikaments.
Nun ist die Milchverarbeitung selbst schon ein energieintensives Geschäft, erst recht jedoch die Lactosegewinnung aus Molke. Millionen und Abermillionen Liter Flüssigkeit werden dafür jedes Jahr verdampft. Hier kommen Josef List und „sein“ Kraftwerk ins Spiel. Als Leiter Energieversorgung ist er verantwortlich für die Bereitstellung von Dampf, Wärme, Strom und Druckluft am Stammsitz der Molkerei Meggle. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, 52 Wochen im Jahr läuft eine GuD-Anlage, bestehend aus Gasturbine, Dampferzeuger, Dampfturbine und Kompressoren, um den steten Energiehunger der Produktion zu stillen. Mit leuchtenden Augen berichtet Josef List, dass er mühelos eine ganze Kleinstadt mit Wärme und Strom versorgen könnte – mit einer Effizienz, von der Stadtwerke nur träumen können. Redundante Anlagen und Versorgungswege sorgen für die größtmögliche Produktionssicherheit.
Josef List liebt seine Arbeit. Mit Herzblut und Engagement erschließt er seit Jahren konsequent ein Effizienzpotenzial nach dem anderen. Denn er weiß: „Jeder Effizienzgewinn schlägt sich bei unserem großen Energiebedarf sofort in barer Münze nieder.“ Auf Kraft-Wärme-Kopplung setzt Meggle deshalb schon seit den 1950er-Jahren. Seit dem Jahr 2000 betreibt die Molkerei ein eigenes, hoch effizientes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. „Und Wärmerückgewinnung ist mein großes Steckenpferd“, fügt er lächelnd hinzu.
Klar, dass dann auch der Druckluft sein Augenmerk gilt, ist sie doch der in der Relation mit Abstand teuerste Energieträger am Standort, wie er betont. Und bei einem Bedarf von über 40 Mio. m3 pro Jahr lohnt es sich auf jeden Fall genauer hinzuschauen. Zwischen 3500 und 5000 m3/h liegt der durchschnittliche Verbrauch, in Spitzenzeiten kann er auch auf bis zu 6000 oder 7000 m3/h anschwellen. Insgesamt fünf ölfrei verdichtende Kompressoren mit einer übergeordneten bedarfsgeregelten Steuerung stellen energieoptimiert einen Betriebsdruck von 7 bar bereit.




