Lars Braun
Die iglidur-Produktfamilie der igus GmbH aus Köln bewährt sich seit Jahren in unzähligen Anwendungen. Die Gleitlager aus Hochleistungskunststoffen sind aus exakt aufeinander abgestimmten Verstärkungs- und Festschmierstoffen zusammengesetzt. Jährlich werden mehr als 100 neue Kunststoff-Compounds entwickelt, über 5000 Tests durchgeführt und die Ergebnisse in einer Datenbank hinterlegt. Sie macht es heute möglich, die überwiegende Zahl der Anwendungen im Vorfeld besser zu beurteilen, die erwartete Lebensdauer zu berechnen und damit dem Anwender präzise Sicherheit bei seinem Einsatz zu geben.
Über oben skizzierte Eigenschaften hinaus besitzt jeder iglidur-Lagerwerkstoff eine Reihe spezieller Eigenschaften, die seine besondere Eignung für ganz bestimmte Anwendungen und Anforderungen ausmachen – denn Gleitlager müssen, teilweise über Jahre hinweg, hohe Lasten aufnehmen. Dazu müssen wartungsfreie Gleitlager niedrige Reibwerte aufweisen und ihre Verschleißfestigkeit muss den Einsatz für eine lange Zeit sicherstellen.
Sowohl bei der Werkstoffentwicklung als auch bei der Konstruktion der Lager lassen sich Nachteile von Kunststoffen stark reduzieren. So sind iglidur-Gleitlager dünnwandig, und einige Werkstoffe weisen eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit auf. Beides dient der rascheren Wärmeabfuhr und erhöht damit direkt den pxv-Wert, der als analytisches Mittel zur Beantwortung der Frage nach der optimalen Einsetzbarkeit benutzt wird.
Die Hochleistungspolymere der Gleitlager setzen sich zusammen aus: Basispolymer, Fasern und Füllstoffen sowie Festschmierstoffen. Diese Komponenten sind nicht schichtweise aufgetragen, sondern homogen miteinander vermischt. Der Vorteil dieses Aufbaus wird besonders deutlich, wenn man sich einmal die Anforderungen an die Oberfläche eines Lagers verdeutlicht:
- Der Reibwert, der besonders durch die Oberfläche des Lagers bestimmt wird, soll möglichst gering sein.
- Die Oberfläche darf sich unter den Kräften, die auf das Lager wirken, nicht wegdrücken.
- Die Verschleißkräfte wirken besonders auf die Oberfläche der Lager, hier muss das Lager besonders widerstandsfähig sein.
Den einen universellen Werkstoff, der all diese Aufgaben gleich gut erfüllen kann, gibt es nicht. Die traditionelle Lösung heißt: harte Schale mit weicher Beschichtung. Jedes geschmierte Lager arbeitet nach diesem Prinzip, außerdem eine Reihe von wartungsfreien Lagern, die mit besonderen Gleitschichten ausgerüstet sind. Aber diese weiche Gleitschicht ist oftmals nicht stark genug. Heißt: Bei hohen Belastungen, Kantenpressung oder Schwingungen drückt sie sich weg.




