Jens Pohlmann
World Class Operation Management (WCOM) ist ein Werkzeugkasten zur Unternehmensoptimierung, der von Efeso Consulting auf Basis des Total-Productive-Management-Ansatzes (TPM) entwickelt wurde. Kernstück von WCOM sind 21 Kompetenzsäulen, die wiederum verschiedene Programme beinhalten. Beispielsweise verfügt WCOM über mehr als 50 spezielle Methoden zur Auffindung und Eliminierung von Verlusten. Das Optimierungswerkzeug vereint die gängigen Verbesserungsstrategien wie Kaizen, Lean Management, Six Sigma u. a. unter einem Schirm, und organisiert diese so, dass eine strukturierte Vorgehensweise daraus resultiert. Die Vorteile von WCOM auf einen Blick zusammengefasst:
- Aufbau eines effizienten operativen Managements binnen kurzer Zeit
- nachhaltiger Wissenstransfer von den Beratern zum Kunden führt schnellstmöglich zu einer erhöhten Selbstständigkeit der betroffenen Mitarbeiter
- verbindet methodische Strenge mit der Fokussierung auf erreichbare Ziele
- hilft bei der Überwindung von typischen Arbeitsplatzhindernissen und Konflikten
Bei WCOM handelt es sich nicht um theoretische Ansätze, sondern um erprobte und durch Projekterkenntnisse ständig weiterentwickelte Vorgehensweisen. Das WCOM-Konzept beinhaltet 21 Kompe-tenz-Säulen, die sich auf die Bereiche Produktion, Produkt- und Anlagenentwicklung, Supply Chain und Geschäftsprozesse verteilen. In der Tabelle sind beispielhaft fünf Kompetenzsäulen und ihre jeweiligen Implementierungsziele zusammengefasst.
Ein WCOM-Projekt startet mit der Analyse- bzw. Pilotphase. In ihr finden eine Analyse des Ist-Zustands und die Zielplanung der identifizierten Kennzahlen statt. Die Identifizierung der Verlustquellen ist die Voraussetzung für die spätere Auswahl der geeigneten WCOM-Kompetenzsäulen. Um möglichst schnell erste Erfolge erzielen und die Mitarbeiter vom Konzept überzeugen zu können, werden in der Pilotphase bereits Verbesserungsteams gebildet. Letztere setzen sich aus Produktionsmitarbeitern zusammen, die an der Beseitigung der identifizierten Verluste arbeiten. An diese etwa viermonatige Phase schließt sich direkt die Implementierung der Kompetenzsäulen an. Die Dauer dieser Phase richtet sich nach Anzahl und Art der Kompetenzsäulen und liegt etwa zwischen ein bis drei Jahren.
Die Aufgabe und die Vorgehensweise der Verbesserungsteams wird im Folgenden am Beispiel einer norddeutschen Molkerei erläutert.
Auch in der Milch verarbeitenden Industrie herrscht ein sehr hoher Kostendruck. Vor diesem Hintergrund hat sich eine norddeutsche Molkerei entschlossen, den Anlagenbetrieb und Produktionsablauf zu optimieren, nachdem bereits im Vorfeld die Organisation des Unternehmens verschlankt wurde. Zur Identifizierung der Einsparpotenziale nutzte man das WCOM-Konzept. Vor dem Hintergrund erster Daten aus der Produktion wurden drei Verbesserungsteams definiert. Die Optimierung der Anlagenreinigungszeit war die Aufgabe des einen Teams. Ausgehend von einer vorher festgelegten Basis wurde die Reduzierung des Zeitaufwandes um 40 % als Ziel formuliert. Die beiden anderen Verbesserungsteams hatten die Reduzierung von Kurzstopps, also von störungsbedingten kurzen Betriebsunterbrechungen, zum Ziel. So wurde bei den Abfüllanlagen ein Kurzstopp ausgewählt, dessen Häufigkeit um 30 % reduziert werden sollte. Gleiches im Bereich Palettierung und Lager: Auch hier wurde festgelegt, dass die Häufigkeit eines ausgewählten Anlagenkurzstopps um 30 % verringert werden sollte. Das Verbesserungsteam in diesem Bereich führte im ersten Schritt eine Datenanalyse durch, bei der der am häufigsten auftretende Störungsgrund ausgewählt wurde, um den größtmöglichen Optimierungseffekt zu erzielen. Diese Analyse dient der Festlegung des Ist-Wertes und darauf aufbauend der Identifizierung des Soll-Wertes.




