Die neue Verordnung macht es zur Pflicht, Nährwerte tabellarisch anzugeben, auf Allergene aufmerksam zu machen und die genaue Herkunft des Produktes zu kennzeichnen. Und das alles in einer Mindestschriftgröße von 1,2 mm. Wenn das Marketing darüber hinaus noch Wünsche äußere, etwa nach Zubereitungstexten, erreiche das Etikett schnell eine Breite von 100 mm und verlangsame aufgrund der längeren Druckzeit die Produktion, erklärt Rösener.
Bizerba hat Datenbankfelder für Nährwerte bereits in die neuen Auszeichner integriert, als es in den USA um die Nutrition Facts ging, und auch die Rechenleistung erhöht. Doch auch Conzelmann zeigt sich überzeugt: „Ich glaube, dass die Etiketten zu groß werden, wenn man keine Alternative findet. Denn der Verbraucher möchte kein zugepflastertes Produkt. Wir als Hersteller könnten es uns daher gut vorstellen, die Minimalanforderungen aufs Etikett zu drucken und Zusatzinformationen mit einem Code zu verschlüsseln.“ Hier kommt das fTrace-System mit dem Datamatrix ins Spiel, das mittlerweile in den Besitz von GS1 Germany übergegangen ist. „Systeme wie fTrace oder andere Verbraucherinformationstools ermöglichen es dem Verbraucher, umfangreiche Produktinformationen mit dem Smartphone abzurufen“, sagt Schillings-Schmitz. Bei fTrace gehe es dabei, anders als in anderen Systemen, aber nicht nur um Marketing, sondern auch um Extended Packaging aus gesicherten Datenquellen, Rückverfolgbarkeit und Krisenmanagement.
Doch damit ein solches System basierend auf 2-D-Barcodes überhaupt funktioniert, sind zwei Voraussetzungen notwendig: Man muss eine App entwickeln, die den aufgedruckten Barcode lesen kann und über eine entsprechende Datenbank verfügen, die neben statischen Produktdaten auch über entsprechende, chargenbezogene Herkunftsdaten verfügt. GS1 Germany hat es sich zum Ziel gesetzt, „mit fTrace eine branchenübergreifende, internationale Lösung mit standardisierten Schnittstellen und B2C-Fokus zu schaffen“, sagt Schillings-Schmitz. Conzelmann bestätigt: „Das ist tatsächlich so. Alle Fleischfirmen in und außerhalb Deutschlands stricken sich momentan mit verschiedenen Providern ihre individuelle Lösung. Da entsteht ein Wildwuchs, der hoffentlich bald eingedämmt wird. Jeder bringt Informationen ein, aber eben nicht strukturiert.“
Es sei nun an der Zeit, ein System mit standardisierten Schnittstellen zur Verfügung zu stellen, das es selbst kleinen Betrieben, die keine große IT im Hause haben, ermöglicht, sich am System zu beteiligen, zeigt sich Schillings-Schmitz überzeugt: „Es müssen auch Kleinunternehmer in das System hineinliefern können. Denn das ist ein ganz wichtiger Punkt, eine gute Gelegenheit, Profil zu zeigen.“ Man könne den Kunden dann ein standardisiertes System zur Verfügung stellen, das den Datentransfer ermöglicht, sagt Conzelmann – und das Ganze mit relativ geringem Invest.




