Bei L-Carnitin handelt es sich um einen vitaminähnlichen, bedingt essentiellen Nährstoff. Als Bestandteil der täglichen Nahrung spielt er eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel: Ohne L-Carnitin kann der Mensch keine langkettigen Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen.
L-Carnitin wird heute ausschließlich synthetisch erzeugt. Das von Lonza entwickelte L-Carnipure-Verfahren basiert auf einem Fermentationsprozess mit natürlichen Ackerbodenbakterien. Dabei entsteht isomerenreines L-Carnitin, das enantiomere D-Carnitin entsteht bei diesem Prozess nicht!
Lebensmittel, die mit Lonza-L-Carnitin angereichert werden, können – sichtbar für den Verbraucher – mit dem L-Carnipure-Gütesiegel ausgezeichnet werden.
L-Carnitin ist ein kristallines, weißes Pulver. Dieser Zusatzstoff kann jedem Lebensmittel zugesetzt werden, ohne dass eine Rezepturänderung notwendig ist. Die zugelassene Tagesdosis liegt bei 1000 mg. Selbst in dieser hohen Dosierung beeinträchtigt L-Carnitin den Geschmack von Lebensmitteln nicht. Ein weiterer Vorteil dieses Zusatzstoffes ist die Beständigkeit gegenüber Oxidation und Licht. Außerdem übersteht der Nährstoff auch Fermentationsprozesse ohne Probleme. Lediglich bei sehr hohen Temperaturen kommt es zu einer langsamen Zersetzung von L-Carnitin.
Fleisch ist reich an L-Carnitin. Normalerweise enthält es in Abhängigkeit von der Fleischart zwischen 300 und 2000 mg/kg L-Carnitin. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache erscheint es nicht sinnvoll, Wurstwaren mit L-Carnitin anzureichern. Da in Wurstwaren unterschiedliche Fleischqualitäten verarbeitet werden, ist eine Anreicherung mit diesem Zusatzstoff durchaus sinnvoll, denn nur mageres Muskelfleisch ist reich an L-Carnitin. Tierisches Fett hingegen enthält diesen bedingt essentiellen Nährstoff nur in geringen Konzentrationen. Im Wesentlichen hängt also der L-Carnitin-Gehalt des Endproduktes von der Menge des eingesetzten Muskelfleisches ab.
Des Weiteren kann es bei der Verarbeitung des Muskelfleisches zu einer Reduzierung des L-Carnitin-Gehalts kommen. Die Ursache dafür liegt in der sehr guten Wasserlöslichkeit dieses Stoffes. Diese Tatsache bestätigt eine Analyse der Hochschule Hannover. Danach enthalten beispielsweise Wiener Würstchen nur noch 16 bis 26% des L-Carnitingehaltes von magerem Schweinefleisch (50-80 mg/kg gegenüber 270-330 mg/kg). Reichert man den Wurstteig mit 250 mg/kg L-Carnitin an, ergibt die Summe aus nativem und zugesetztem L-Carnitin in etwa wieder den natürlichen L-Carnitin-Gehalt von qualitativ hochwertigem, magerem Schweinefleisch (Muskelfleisch).
Studien an den Universitäten in Leipzig und Rostock haben gezeigt, dass beim Menschen durch eine erhöhte L-Carnitinaufnahme die Verbrennung des Fettes aus der Nahrung gesteigert wird. Ein mit L-Carnitin angereichertes Fleischprodukt liefert also Fett und in erhöhter Menge den Transportstoff, der seine Verbrennung unterstützt. Der L-Carnitin-Bedarf des Körpers steigt außerdem beim Verzehr von fetthaltigen Lebensmitteln an, so dass auch aus diesem Grund ein Zusatz von L-Carnitin in diesen Produkten sinnvoll ist.




