Amazon hat das Projekt, das von der gemeinnützigen Organisation North Sea Farmers iniziiert wurde, mit 2 Mio. Euro über den Right Now Climate Fund unterstützt. „Die erste Ernte der North Sea Farm 1 ist ein bedeutender Moment“, erklärt Eva Faict, Country Managerin von Amazon Niederlande und Belgien. „Gemeinsam mit North Sea Farmers haben wir gezeigt, dass der Anbau von Meeresalgen zwischen Offshore-Windkraftanlagen auch in einem kommerziellen Maßstab möglich ist.“
Ersten Algen im Oktober 2024 ausgebracht
Die Farm liegt im Windpark Hollandse Kust Zuid, rund 18 Kilometer vor der Küste von Scheveningen. Die Projektplanung begann 2022 und die ersten Algen wurden im Oktober 2024 ausgebracht. Die Lage innerhalb eines Windparks bietet Schutz vor dem Schiffsverkehr in der Nordsee und nutzt die bestehende Offshore-Infrastruktur. Die Ernte erfolgte mit einem speziell ausgerüsteten Schiff, das zwischen den Windkraftanlagen manövrierte, um reife Algen von vier jeweils 50 x3 m großen Netzen einzusammeln, die am Meeresboden verankert sind. Die Besatzung setzte spezielles Equipment ein, um die Ernte einzuholen, die sich über fünf Hektar der Nordsee erstreckt.
Die geernteten Algen können u. a. zu Textilien, Lebensmitteln oder Pflegeprodukten verarbeitet werden. Grundsätzlich benötigen Algen weder Land noch frisches Wasser und können ohne Dünger wachsen. Daher gelten sie als umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Rohstoffen.
Daten zu CO2-Absorptionsfähigkeit
Ein Team von Forschern, das mit North Sea Farmers zusammenarbeitet – Plymouth Marine Laboratory, Deltares und Silvestrum Climate Associates – hat die Farm im vergangenen Jahr mithilfe von Satellitendaten überwacht und war regelmäßig vor Ort. Nach der Ernte werden die Forschungspartner eine umfassende Analyse des Wachstums der Algen, ihrer CO2-Absorptionsfähigkeit und ihrer Gesamtwirkung auf die CO2-Speicherung sowie der möglichen Auswirkungen auf die Tierwelt vorlegen. Anhand dieser Daten kann festgestellt werden, ob der Anbau von Meeresalgen zwischen Offshore-Windturbinen eine skalierbare Lösung ist.
„Durch die kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung wollen wir zeigen, ob solche Farmen langfristig positive Auswirkungen auf Biodiversität und Klimaschutz haben können“, sagt Eef Brouwers, Geschäftsführer von North Sea Farmers. „Gleichzeitig belegen wir, dass der Anbau von Algen innerhalb bestehender Offshore-Windparks auch in größerem Maßstab machbar ist.“
(Quelle: dpa)




