Vom Wareneingang über den Fertigungsprozess bis hin zu Verpackung, Auszeichnung und Logistik – das Konzept Industrie 4.0 verändert die gesamte Wertschöpfungskette. Lebensmittelproduzenten müssen beispielsweise immer kleinere Losgrößen anbieten – Hackfleisch für den Single sozusagen. Dabei spielt die Gesamtanlageneffektivität, auch Overall Equipment Effectiveness (OEE) genannt, eine wichtige Rolle. Sie lässt sich beispielsweise mit der Bizerba-Software Brain 2 OEE messen. Die Software erfasst Stillstandzeiten, Ausschussmengen sowie die Gesamtleistung pro Artikel, Linie und Tag und kann die Daten einzelner oder mehrerer Produktionslinien in Summe auswerten. Der gemessene Effektivitätswert lässt sich anschaulich darstellen, was für mehr Sicherheit und Transparenz sorgt. Ineffizienzen treten deutlicher zutage und Lebensmittelproduzenten können in bessere Prozesse und Ausstattung investieren.
Netzwerkfähige, modulare und individuell erweiterbare Anlagen spielen vor diesem Hintergrund eine immer wichtigere Rolle. Heute können Maschinen, die klassischerweise für den Fertigungsprozess zuständig sind, u. a. die Bestellung von Material übernehmen. Auf diese Weise entlasten sie den Einkauf und reduzieren Stillstandzeiten. Ein Beispiel hierfür ist die Funktion Plug-In Label von Bizerba.
Sobald der Anlagenfahrer eine Etikettenrolle einlegt, scannt zum Beispiel der Preisauszeichner GLM-Ievo den Plug-In-Code auf der Rückseite des Trägerbandes. Er aktiviert selbstständig alle relevanten Auszeichnungsdaten wie Grundpreis, Barcode, Artikelbezeichnung und Layout. Beim Einlegen der Etikettenrolle überprüft das Gerät zudem, ob Code und eingelegtes Etikett übereinstimmen.
Ist der Meldebestand an Etiketten erreicht, löst die Maschine automatisch eine Bestellung aus, indem sie die Information an den Lieferanten sendet. Darüber hinaus konfiguriert sich die Anlage selbsttätig, was die Rüstzeit reduziert und Fehletikettierungen verhindert. Lieferverzögerungen lassen sich so ausschließen und die Lagerhaltung wird optimiert.
Sind Maschinen in der Lage, über Veredelungsstufen und Organisationseinheiten hinweg miteinander zu kommunizieren, erhöht das die Effektivität, Qualität und Flexibilität der Produktion. In der Vergangenheit haben lebensmittelverarbeitende Betriebe häufig nur den Schwund oder die Verluste der Ware beim Abpacken gemessen. Es gilt jedoch, systematisch sämtliche Produktionsparameter und Arbeitsschritte unter die Lupe zu nehmen. Nur so lassen sich die richtigen Rückschlüsse auf den Verarbeitungsprozess ziehen.
Vernetzte Software erleichtert es inzwischen, den Produktionsprozess durchgängig zu analysieren. Wichtige Zusatzinformationen, beispielsweise die verarbeiteten Fleischmengen pro Mitarbeiter, lassen sich damit berechnen. Zudem können die Verantwortlichen die Maschinenabnutzung analysieren – etwa welches Etikett von welchem Hersteller bestimmte Verschleißerscheinungen verursacht und wie es die Linienleistung beeinflusst. Des Weiteren lassen sich Rückschlüsse zu Umgebungseinflüssen, Störungen und Kosten beim Einsatz von gewissen Materialien ziehen. Spezifische Softwaretools, etwa zur Stammdatenpflege, können schließlich Artikeldaten und Etikettenparameter zentral erstellen, pflegen und an die Geräte senden. Sie stellen sicher, dass nur geprüfte Daten in die Produktion überspielt werden.




