Die Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft stehen aktuell vor der Frage, wie sie ihre Aktivitäten zur Steigerung der Umweltfreundlichkeit im Verpackungseinsatz ausrichten sollen. Um diesen Informationsbedarf zu bedienen, hat die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Holger Buxel von der FH Münster die Studie „Sustainable Packaging 2024“ erstellt. Sie gibt Einblicke in den Status quo – angefangen bei der Verbrauchersicht bis hin zu den konkreten Strategien zur Umsetzung in den Unternehmen.
Die Suche nach geeigneten und bezahlbaren Lösungen, mit denen eine Steigerung der Umweltfreundlichkeit des Verpackungseinsatzes erreicht werden kann, erweist sich für die Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft oft als schwierig und know-how-intensiv. Mit der aktuellen Studie „Sustainable Packaging 2024“ gibt die DLG fundierte Einblicke in den Status quo bei Lebensmittelprodukten. Die durchgeführten Verbraucher- und Unternehmensbefragungen stehen dabei repräsentativ für die Perspektiven und Herausforderungen, die sich für Unternehmen aus einer Verwendung besonders umweltfreundlicher Verpackungen ergeben können. Im Fokus stehen die Themen „Verbraucher“, „Labeling“ und „Strategien“. Jeder der drei Teile ist dazu gedacht, wichtige Daten bereitzustellen und eine Orientierungsgrundlage zu geben, sagen die Studienautoren Prof. Dr. Holger Buxel, Professor für Marketing im Lebensmittelbereich an der Fachhochschule Münster, und Simone Schiller MPH, Geschäftsführerin DLG-Fachzentrum Lebensmittel.
Verpackungen aus Verbrauchersicht
Die marktbezogenen Chancen, die sich für Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft aus einer Verwendung umweltfreundlicher Verpackungen ergeben, hängen stark davon ab, wie relevant und attraktiv diese aus Verbrauchersicht sind und welche Bedeutung das Thema im täglichen Konsumverhalten und im Umgang mit Lebensmittelprodukten einnimmt. Doch welche Rolle spielen diese Aspekte bei der Kaufentscheidung tatsächlich? Die im Frühjahr 2023 durchgeführte Befragung von 1000 Verbrauchern zeigt: Die Umweltfreundlichkeit der Verpackung ist für viele von ihnen ein relevantes Merkmal. Vier von fünf Befragten (79 %) stimmen der Aussage zu, dass die Umweltfreundlichkeit des Verpackungseinsatzes bei Lebensmitteln dringend verbessert werden muss. Letztlich ist sie jedoch nur eine Eigenschaft unter vielen. Andere Aspekte spielen laut Studie sowohl bei der Produktwahl als auch der Bewertung einer Verpackung am Point of Sale eine gleichbedeutende oder zum Teil sogar deutlich größere Rolle. Etwa der Geschmack, die Qualität und der Preis. Auch die Bereitschaft, für Verpackungen mit positiven Umwelteigenschaften einen Mehrpreis zu bezahlen, ist deutlich limitiert. Zudem zeigt sich: Zwar sehen Verbraucher bei sich Verbesserungspotenzial (38 %), die Mehrheit unter ihnen sieht jedoch die Verantwortung für mehr Umweltfreundlichkeit bei anderen Gruppen, wie den Verpackungsherstellern (67 %) und den Lebensmittelproduzenten (58 %).
„Die Unternehmen stehen hier vor der zentralen Herausforderung, umweltfreundlichere Verpackungskonzepte zu entwickeln, die sich an der Zahlungsbereitschaft der Verbraucher und ihrer Bereitschaft zur Veränderung des eigenen Kauf- und Entsorgungsverhaltens orientieren“, sagt Prof. Dr. Holger Buxel. Ein weiterer Anspruch dürfte laut ihm darin bestehen, die umweltbezogenen Eigenschaften und Vorteile der eingesetzten Verpackungen zielgerichtet zu kommunizieren und bei den Verbrauchern „erlebbar zu machen.“ Denn die Studienergebnisse zeigen, dass viele Verbraucher ökologisch vorteilhafte Verpackungen ohne gezielte Hinweise nicht erkennen. „Dies macht die Entwicklung geeigneter Kommunikationskonzepte zwingend erforderlich“, so Prof. Dr. Buxel.




