Dr.-Ing. Norbert Wagner
Sowohl in der Pharmaindustrie als auch in der Nahrungsmittel- und Futtermittelindustrie gab es in den letzten Jahren eine deutliche Verschärfung der gesetzlichen Anforderungen. Diese beziehen sich unter anderem auch auf die Reinigungen der Produktionsanlagen. So werden heute teilweise sogar die Reinigungszyklen gesetzlich festgelegt und die Nachweisbarkeit der durchgeführten Reinigung gefordert. Hier sei nur kurz auf die einzelnen Vorschriften und Empfehlungen wie EU Maschinen-Richtlinie, Lebensmittelbedarfsgegenständegesetz LMBG, EU Lebensmittel-Hygiene-Richtlinie sowie EU GMP-Richtlinie 75/319 EWG verwiesen. Auf der anderen Seite haben sich die Produktionszeiten durch die Weiterentwicklung der Produktionsverfahren deutlich verkürzt und der prozentuale Anteil der Reinigungsdauer ist dabei größer geworden. Ohne dass sich die Reinigungsverfahren selbst geändert haben, haben sie somit einen größeren Anteil an den Produktionskosten und damit an Bedeutung gewonnen.
Darüber hinaus rücken Umweltaspekte immer mehr in den Vordergrund, so dass die Reinigungsverfahren auch in dieser Hinsicht kritisch betrachtet werden müssen.
Unter Berücksichtigung all dieser Rahmenbedingungen ist es sicher sinnvoll, die heute eingesetzten Reinigungsverfahren auf ihre Effektivität und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.
In vielen Fällen werden Tanks und Kessel mit Sprühkugeln gereinigt. Die statische Sprühkugel stellt ein einfaches Mittel zur Verteilung der Reinigungsflüssigkeit auf der Tankwand dar. Hierfür sind die Sprühkugeln mit Bohrungen versehen, durch die jeweils ein Strahl des Reinigungsmittels auf die Behälterwand trifft. Bei der Reinigung werden alle Bohrungen gleichzeitig durchströmt, wodurch ein hoher Volumendurchfluss entsteht. Da sich der Durchfluss aber auf alle Bohrungen verteilt, haben statische Sprühkugeln nur einen relativ kleinen wirksamen Reinigungsradius.
Darüber hinaus trifft der Strahl jeweils an der gleichen Stelle der Wand auf. Nur an diesen Aufprallstellen ist eine gewisse mechanische Wirkung gegeben, an den übrigen Stellen fließt das Reinigungsmittel nur abwärts. Aus diesem Grund ist die Reinigung mit Sprühkugeln sehr zeitintensiv und führt zu hohem Wasser- und Reinigungsmittelverbrauch.
Gleichzeitig fungiert die Sprühkugel als Sieb für Partikel, die sich in der Reinigungsflüssigkeit befinden, wodurch Teile der Kugel inaktiviert werden können. Dies führt zu einer ungenügenden Reinigung von Teilen der Tankoberfläche, was häufig nicht sofort erkannt wird.




