dei: Mit mehr als fünf Millionen Euro entfällt Ihre Hauptinvestition auf eine neue Wirbelschichtanlage. Welche Vorteile hat diese Technologie?
Riemer: Wir erweitern damit unser Leistungsspektrum um die Prozessschritte Trocknen, Granulieren, Agglomerieren und Coaten. Dafür stehen zwei Wirbelschichttrockner mit unterschiedlicher Kapazität zur Verfügung. Vor kurzem haben wir bereits eine kleinere Anlage im Technikumsmaßstab in Betrieb genommen, auf der wir upscale-fähige Verfahrensparameter für die Großproduktion erarbeiten. Außerdem können wir mit dem kleinen Aggregat repräsentative Mustermengen zwischen 100 und 5000 g erzeugen. Die große Kombi-Industrieanlage, die wahlweise im chargenweisen oder im kontinuierlichen Betrieb gefahren werden kann, ist voraussichtlich im Mai oder Juni 2012 betriebsbereit.
dei: Welche Produkte werden Sie auf der Wirbelschichtanlage produzieren?
Riemer: Die Wirbelschichttechnologie ist ein besonders schonendes Verfahren, das sich unter anderem sehr gut für die Verarbeitung hitzeempfindlicher Ingredients für den Lebensmittel- und Pharmabereich eignet. Auf der Anlage können sowohl Enzyme, Proteine, Aromen, Vitamine oder Mikroorganismen als auch pharmazeutische Wirk- und Hilfsstoffe bearbeitet und optimiert werden. Im Vordergrund stehen die Verbesserung von Fließeigenschaften, Entstaubung, Tablettierbarkeit durch Agglomerieren oder Beschichten von Pulverpartikeln zum Schutz oder zur verzögerten Freisetzung von Wirkstoffen. Daher werden wir die Anlage auch von vornherein auf Basis pflanzlicher, chemischer und mineralischer Stoffe für pharmazeutische Anwendungen qualifizieren lassen. Durch die GMP-Zertifizierung sind wir für beide Branchen offen. Gleichzeitig können wir unseren Food-Kunden Qualität und Sicherheit auf höchstem Niveau bieten.
dei: Darüber hinaus erweitern Sie auch den Lagerbereich. Was ändert sich hier?
Riemer: Um der verstärkten Nachfrage im Bereich Lager und Logistik gerecht zu werden, investieren wir in einen rund 5000 m2 großen Lagerkomplex. Wir gestalten unseren Wareneingang komplett neu und erweitern unser Rohwarenlager um rund 9000 zusätzliche Palettenstellplätze. Zudem entsteht ein autarkes Packmittellager für ca. 2000 Stellplätze. Darüber hinaus werden drei unterschiedliche Lagerausstattungen realisiert: ein Schmalganglager, ein Verschieberegallager und ein Breitganglager, das mit Schubmaststaplern bedient wird. Wir können somit formbündige Paletten im Schmalganglager unterbringen, während für überhängende Paletten mit Big Bags ein normales Breitganglager zur Verfügung steht. Die Rohwaren und Packmittel laufen dann durch die Produktion und anschließend ins autarke Fertigwarenlager. So wird die interne Logistik deutlich optimiert.




