Dipl.-Ing. Gert Beckmann
Im Rahmen der Qualitätssicherung ist häufig sowohl die schnelle und genaue Bestimmung der Partikelgröße als auch die simultane Analyse der Partikelform gefragt. Diese Aufgabe kann durch digitale Bildverarbeitung mit Hilfe von Matrixkameras gelöst werden. Dieses optische Messprinzip kommt im Camsizer zur Anwendung (Bild 1). Sein Messbereich für die Partikelanalyse deckt ein Korngrößenspektrum von 30 µm bis 30 mm ab. Darüber hinaus bietet das Gerät die Möglichkeit, Schüttgüter und Granulate hinsichtlich ihrer Form zu bewerten, um Qualitätsspezifikationen mit geringem Aufwand zu überwachen oder erstmals zu definieren. Die Prozessoptimierung in den Bereichen Rohstoffe, Produktion und Fertigprodukte kann im Resultat, beispielsweise durch die Verringerung von Ausschussquoten, erhebliche Kosten einsparen. Und: Die sichere und quantitativ korrekte Beurteilung von Korngröße und Kornform, die bisher nur mit einem hohen Aufwand an Personal und Arbeitszeit möglich war, kann mit dem Camsizer in kurzer Zeit bedienerfreundlich und zuverlässig, sowie mit hoher Genauigkeit und Reproduzierbarkeit durchgeführt werden. Zudem erfolgt die Messung berührungslos und damit zerstörungsfrei und ist daher auch für empfindliche Materialien besonders vorteilhaft. Überdies können auch optisch schwierige Materialien wie transparente Zucker- und Salzproben problemlos analysiert werden. Gegenüber herkömmlichen Verfahren zur Partikelgrößenanalyse wie Laserbeugung und Siebanalyse bietet der Camsizer folgende Vorteile:
- problemlose Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit denen der Analysensiebung
- Möglichkeit der Kornformanalyse und der Dichtebestimmung
- sehr hohe Auflösung der digitalen Bildverarbeitung als Einzelpartikelzählverfahren
Bei der Größenanalyse kann die Partikelgröße so definiert werden, dass sie dem bei der Siebanalyse vorgenommenen Vergleich zwischen Partikel und Siebmasche entspricht. Mit dieser Option erhält der Anwender Resultate, die mit denen der Siebanalyse kompatibel sind. Ein weiterer Pluspunkt des Systems ist, dass neben der Bestimmung der Größenverteilung von Schüttgutproben gleichzeitig auch die Kornform des Probengutes exakt und zuverlässig ermittelt werden kann. Die detaillierte Auswertung der Projektionsflächen der einzelnen Teilchen erlaubt dabei die Angabe spezieller Formcharakteristika wie absolute Länge, Rundheit und Längen-Breiten-Verhältnisse, Symmetrie und Konkavität bzw. Konvexität. Die Ausgabe dieser Kenngrößen erfolgt mengenabhängig, größenklassenspezifisch oder als Mittelwert für die Gesamtprobe. Die statistische Absicherung der erhaltenen Werte kann aufgrund der Anzahl erfolgter Partikeldetektionen direkt angegeben werden. Die Darstellung der Ergebnisse kann als Kenngröße, tabellarisch oder auch in Grafikform erfolgen.




