dei: Frau Dr. Jánváry, wie haben Ihre Kunden auf die Gründung der Beneo-Unternehmensgruppe reagiert?
Dr. Jánváry: Die ersten Reaktionen waren durchaus positiv.
dei: Bisher hat Orafti seine prebiotischen Ballaststoffe unter dem Markennamen Beneo verkauft. Jetzt trägt eine Unternehmensgruppe innerhalb des Südzuckerkonzerns denselben Namen. Verwirrt das nicht?
Dr. Jánváry: Ich hoffe nicht. Mit der Gründung der Beneo-Unternehmensgruppe wollen wir die Synergien, die sich aus den Produkten von Orafti, Palatinit und Remy-Industries ergeben, noch besser für unsere Kunden nutzbar machen. Wir wollen als Kompetenzzentrum sowohl für die Lieferung funktioneller Zusatzstoffe als auch für die Entwicklung von ausgewogenen Functional-Food-Konzepten auftreten.
dei: Die drei Unternehmen sind aber weiterhin selbstständig?
Dr. Jánváry: Ja. An der Oberfläche ändert sich für unsere Kunden überhaupt nichts. Im Hintergrund bündeln wir allerdings die Aktivitäten im Bereich Forschung, Entwicklung und Beratung.
dei: Das klingt fast so, als hätten Sie Ihre Kunden in der Vergangenheit nicht optimal betreut?
Dr. Jánváry: Natürlich hat jedes Unternehmen seine Kunden optimal versorgt. Und selbstverständlich hat beispielsweise der Orafti-Mitarbeiter entsprechende Kundenanfragen an Palatinit oder Remy weitergeleitet. Was aber fehlte war der einheitliche Marktauftritt als Kompetenzzentrum in Sachen Functional Ingredients.
dei: Innerhalb der neu gegründeten Unternehmensgruppe ist Beneo-Remy der Spezialist für Zusatzstoffe auf Reisbasis. Warum sind Reis und Reisderivate für Lebensmittelproduzenten so attraktiv?
Dr. Jánváry: Das hat verschiedene Gründe. Reis wächst fast überall auf der Welt. Er ist ein guter, leicht verdaulicher Nahrungsgrundstoff mit einem hohen Energiegehalt. Reis besitzt sehr wertvolle, komplexe Kohlenhydrate. Und die Aminosäurezusammensetzung der Reisproteine liegt hinsichtlich der biologischen Wertigkeit sehr nahe an der von Muttermilch. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Reis und Reisderivate kein allergenes Potenzial haben. Damit sind sie für den Einsatz in diätischen Lebensmitteln und in Spezialprodukten für Allergiker prädestiniert. Im Unterschied zu Soja sind die meisten Reissorten in der Regel nicht gentechnisch modifiziert.




