Bei der Neuentwicklung ging man bei Knick von der Zielsetzung aus, eine modulare, zuverlässige und sichere Lösung für die schwierigen Messprobleme zu finden, die überall dort in der industriellen Praxis auftreten, wo automatisch gemessen, gereinigt und kalibriert werden muss. Die Anzahl der beweglichen Teile an der Steuerungseinheit so gering wie möglich zu halten, das leidige O-Ring-Dichtproblem bei den Fernkalibriersonden aus der Welt zu schaffen und das Analysenmesssystem so einzurichten, dass es leicht an geänderte Anforderungen anzupassen ist, waren nur einige der Aufgaben, die es zu lösen galt.
Das Novum bei der automatischen Fernkalibriersonde Ceramat WA 150 ist die keramische Abdichtung der Kalibrierkammer zum Prozess. Die sonst übliche, verschleißanfällige O-Ring-Dichtung entfällt; Fremdkörper, die in den Dichtmechanismus geraten, führen nicht mehr zum Ausfall der Sonde. Damit erweitert sich der Einsatzbereich des Systems auch auf schwierige Prozesse mit Festkörperanteilen im Medium oder starken Verschmutzungen, wo konventionelle Abdichtungen regelmäßig versagten. Auch in der Lebensmittelindustrie, etwa bei der Verarbeitung klebriger oder breiiger Stoffe, eröffnen sich neue Einsatzfelder. Dem kommt auch das glattflächige, wenig verschmutzungsanfällige Design zugute. Da alle mit dem Prozess in Berührung kommenden Teile aus unempfindlichen Materialien wie Keramik und Peek (andere auf Anfrage) bestehen, steht auch dem Einsatz in chemisch aggressiven Medien nichts entgegen.
Besonderer Wert wurde auf die Zuverlässigkeit und praxisgerechte Auslegung des Systems gelegt: Für eine hohe Sicherheit sorgen zwei unabhängige Barrieren mit interner Spülung und Leckageüberwachung. Der Antrieb kann zum Beispiel bei Elektrodenbruch unter Prozessbedingungen entfernt werden, um die Kalibrierkammer zu reinigen.
Anschließbar sind die Ceramat-Sonden über eine kompakte Multisteckverbindung für Puffer, Spülwasser, Reinigungsflüssigkeit sowie Druckluft an die Steuergeräte Unical 79X sowie an das Unical 9000.
Das kompakte Unical-9000-System ist für den Einsatz in Ex-Bereichen (EEx ia IIC T4) geeignet und übernimmt die Steuerung der Fernkalibriersonden, des pneumatischen Antriebs und der Pumpen für Pufferlösung, Wasser usw. Es überwacht darüber hinaus die Sondenstellungen und den Vorrat der Zusatzstoffe, und löst gegebenenfalls Alarm aus. Die Einheit wird per RS485-Schnittstelle mit dem Protos-Analysenmessgerät oder einer SPS verbunden. Wird Unical von Protos über das Steuermodul PHU angesteuert, erfolgt die Vor-Ort-Bedienung über das Protos-Display. In diesem Fall übernimmt Protos auch die Hilfsenergieversorgung. Unical 9000 verfügt über ein besonderes Pumpensystem mit separaten Pumpen für Puffer-, Reinigungs- und Spülflüssigkeit. Damit wird die Verschleppung von Medien, insbesondere auch von Pufferlösungen, und das sonst erforderliche, aufwändige Freispülen der Leitungen vermieden – nicht zuletzt garantiert dies eine höhere Genauigkeit der Messung und einen sparsamen Umgang mit den Medien. Für zusätzliche Betriebssicherheit sorgen die integrierten Reedkontakte zur berührungslosen Endlagenerkennung und die Möglichkeit, per Leitfähigkeitsmessung mögliche Leckagen an der Sonde zu überwachen.




