Heinz Rissler und Anne-Christine Hudjetz
Lebensmittel sollen appetitlich aussehen. Eine besonders große Rolle spielen diese Anforderungen bei Fleisch und Wurstwaren. Die Vakuumverpackung als eine Möglichkeit zur Haltbarmachung, zum Schutz und zur Präsentation ist inzwischen für die Verbraucher zu einer Selbstverständlichkeit geworden (Abb. 1). Gewöhnlich sind bei Verpackungsmaschinen für Vakuumverpackungen die Vakuumpumpen stationär, das bedeutet direkt in, unter oder neben der Verpackungsmaschine aufgestellt. Die ist bei kleinen, einzeln aufgestellten oder wenigen Maschinen auch sinnvoll. Bei Betrieben mit vielen oder großen Verpackungsmaschinen oder bei der Auslegung von neuen Verpackungsbetrieben kann es jedoch wirtschaftlicher und praktischer sein, die Pumpen in einem separaten Raum zu installieren und die gesamte Vakuumversorgung der Verpackungsmaschinen von dort aus bereitzustellen.
Das Unternehmen Nölke GmbH in Versmold hat sich auf Geflügelwurstprodukte spezialisiert. Momentan sind im Produktionsbereich 200 Mitarbeiter beschäftigt. In der Anlage werden 13 große Verpackungsautomaten mit Vakuum versorgt. Im Stadium der Bauplanung des Werkes wurde der Einbau einer zentralen Vakuumanlage geplant, um beispielsweise maximale Keimfreiheit und in Teilen der Anlage Reinraumklasse fünf sicherzustellen. An die Vakuumzentralanlage wurden folgende Anforderungen gestellt:
l im Verpackungsmaschinenraum sollte die Luft besonders hohen hygienischen Anforderungen entsprechen;
l in den Verpackungen ist ein Enddruck von 5mbar zu gewährleisten, um durch Minimierung von Oxidation und Keimwachstum im Innern der Verpackung eine optimale Haltbarkeit der Produkte zu erreichen;
l die Temperatur im Verpackungsraum muß konstant auf 7 °C gehalten werden;l bei der Klimaanlage im Verpackungsraum soll Energie eingespart werden. Die Aufstellung von Einzelaggregaten im Verpackungsraum würde eine größere und stärkere Klimaanlage erfordern, um die Temperatur konstant und niedrig zu halten;
l die Geräuschemission im Verpackungsraum sollte möglichst gering sein.
Die Vakuumzentralanlage setzt sich aus drei Hauptelementen zusammen (Abb. 2), den Vakuumpumpständen, dem verbindenden Rohrleitungsssystem zwischen Pumpständen und Verpackungsmaschinen und den Umsteuerventilen mit der Umsteuerelektronik. Die Zentralanlage befindet sich hier außerhalb des Produktionsraumes.
Eine Vakuumzentrale wie hier beschrieben, eignet sich in erster Linie für Verpackungsmaschinen mit hoher Taktleistung. Im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Richtlinien und die hohe Anforderung an die Hygiene in der Produktion werden Anlagen dieser Art in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus weist eine Zentralanlage eine geringere Leistungsaufnahme gegenüber der dezentralen Vakuumversorgung auf.




