Günter Unkrig, Andreas Waldscheck
Der Mineralbrunnen RhönSprudel gilt mit seiner auf das Jahr genau 226-jährigen Geschichte als einer der traditionsreichsten Brunnenbetriebe Deutschlands. Die RhönSprudel-Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2006 einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Das Sortiment ist breit gefächert und ganz an Kundenwünschen orientiert. Mineralwässer halten beim RhönSprudel Mineralbrunnen 60 % am Unternehmensabsatz. Die restlichen 40 % gehen auf das Konto der Süßgetränke, wobei die Hälfte des Süßgetränkeabsatzes dem Bereich der Schorlen zuzuordnen ist. Des Weiteren sind im RhönSprudel-Süßgetränkesortiment klassische Limonaden, Club Cola sowie Wellnessprodukte und Bio-Limonaden zu finden. Neben den klassischen Glasflaschen setzt die Gruppe zunehmend auf die leichte PET-Alternative – sowohl im Mehrweg- als auch im Einweg- und Zweiwegbereich. Als langjähriger Partner von RhönSprudel sowie der gesamten RhönSprudel-Gruppe unterstützt KHS das Unternehmen mit innovativer Anlagentechnik für die PET-Mehrweg-, PET-Einweg- und PET-Zweiwegverarbeitung. Innerhalb der Gruppe sind insgesamt 11 KHS-Anlagen im Einsatz. Für die PET-Verarbeitung wurde im Jahr 2000 eine Mehrweg-PET-Abfüllanlage und in 2002 eine Einweg/Zweiweg-PET-Linie angeschafft. Jüngst kam eine weitere PET-Mehrweg-Linie hinzu, die neben Superblock, Flaschenreinigungsmaschine und Prozesstechnik auch Ultra-Clean-Abfülltechnik von KHS beinhaltet. Unter Ultra-Clean-Abfüllung versteht man die Kaltabfüllung von Getränken in einer extrem keimarmen Atmosphäre bei Reinraumklasse 10 000. Die Ultra-Clean-Abfülltechnik ist für die Abfüllung sämtlicher RhönSprudel-Produkte bestens geeignet, übernimmt jedoch beim RhönSprudel Mineralbrunnen bevorzugt die Abfüllung von stillem Mineralwasser und Schorlen, weil bei diesen Produkten höchste hygienische Maßstäbe an die Abfüllung anzulegen sind. Ausgelegt ist die PET-Mehrweglinie auf eine Leistung von 30 000 PET-Flaschen/h. Neben der 1-l-PET-Mehrwegflasche steht die 0,75-l-PET-Mehrwegvariante zur Verarbeitung an. Auf Wunsch ist das Handling weiterer PET-Flaschengrößen bei Ergänzung durch entsprechende Formatteile ohne weiteres machbar.
Im Anschluss an die Entpalettierung und den Auspackvorgang gelangen PET-Mehrwegflaschen innerhalb der Linie direkt in den Superblock. Er beinhaltet die Funktionen Sortieren, Abschrauben, Entetikettieren sowie die Fremdstoffinspektion. Die genaue Kontrolle der PET-Mehrwegflaschen hinsichtlich Kontur, Behälterhöhe und Behälterdurchmesser erfolgt direkt nach Einlauf in den Superblock mittels hochauflösender CCD-Kamera. Identifizierte Fremdflaschen werden ausgeleitet. Auf dem Weg zum Abschrauber durchlaufen die Flaschen eine Restflüssigkeitskontrolle. Gutflaschen gelangen dann über einen Klammerstern in den Entetikettierbereich. Dabei werden Sleeve-Etiketten mit einer integrierten Schneideeinheit gelöst. Gleichzeitig gelangt die für die Flascheninspektion benötigte Flüssigkeit über einen busgesteuerten Einspritzstern in jede Flasche. Die Fremdstoffinspektionseinheit Innocheck FS prüft sowohl über Gasanalyse als auch über USM-Flüssigkeitsanalyse. Das Restflüssigkeitssensorsystem USM ist für die Breitbanderkennung von petrochemischen Verbindungen und Detergenzien zuständig. Zudem kann bei der USM-Analyse eine nochmalige Unterscheidung zwischen Mineralwasser- und Erfrischungsgetränkeflaschen stattfinden. Innocheck FS arbeitet auf Basis eines Positivmessverfahrens. Das Abbild des Produkts ist in einer Datenbank gespeichert und wird mit jeder aktuellen Messung verglichen. Enthält eine Flasche Inhaltsstoffe, die von den gespeicherten Daten abweichen, erfolgt die Ausschleusung.




