Mittelständische Unternehmen aus der Lebensmittelverarbeitung sind bei der Automatisierung mit Robotern in der Regel auf externe Dienstleister angewiesen. Das bedingt jedoch Abhängigkeiten sowie hohe Kosten, wenn Umprogrammierungen erforderlich werden. Inzwischen sind jedoch Roboteranbieter auf dem Markt, die nicht nur leistungsfähige Geräte zu günstigen Preisen anbieten, sondern über ihre örtlichen Vertretungen auch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Ein Erfahrungsbericht.
Seit ihrer Gründung 1930 ist die Morga AG in Ebnat-Kappel, Schweiz, auf die Verarbeitung qualitativ hochwertiger Lebensmittel spezialisiert. Das familiengeführte mittelständische Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitenden stellt gut 1500 verschiedene vegetarische Produkte aus hochwertigen natürlichen Lebensmitteln her, viele davon in Bio-Qualität. Dazu gehören Nuss- und Dörrobst-Mischungen, Müslis, Teigwaren, Fertiggerichte, Bouillons, Obstsäfte und Konfitüren sowie Tees.
Besonderes Augenmerk gilt dabei der gesunden Ernährung und der Berücksichtigung von Allergien und Unverträglichkeiten. Auch gibt es diverse, meist für den Export bestimmte Produkte, bei deren Herstellung und Verpackung spezielle Vorschriften einzuhalten sind, da die Kunden auf Halal- oder Kosher-Zertifizierung bestehen. Ergänzend betätigt sich das Unternehmen auch im Bereich Lohnabfüllung und -verpackung für große Kaufhausketten.
Hoch automatisierte Teeabfüllung
„Da wir bei Tees als Lohnabfüller für diverse Großabnehmer tätig sind, ist diese Abteilung besonders hoch automatisiert“, sagt Sandro Bättig, technischer Leiter bei Morga. Hier stehen inzwischen vier vollautomatische Abfüllanlagen. Mit ihrer komplizierten Technik stellen diese Maschinen 350 Teebeutel pro Minute her, die dann einzelumhüllt und zu 20 Stück in die Teepackung gepackt werden. Abschließend packt die Anlage dann fünf dieser Teepackungen in einen Tray, den die Händler nach Abriss des Deckels direkt ins Regal schieben können. Die Trays werden etikettiert und verlassen die Anlage über eine Rollenbahn.
Hinter der Abpackanlage wird die Umverpackung von einem Cobot mit Sauggreifer gegriffen und auf Paletten gestapelt. Zwei dieser Paletten stehen jeweils rechts und links des Cobots in Warteposition. Sobald eine davon voll ist, wird sie von den Mitarbeitenden per Hubwagen gegen eine Leerpalette getauscht. Dieselben Mitarbeitenden sorgen auch bei den Verpackungsmaschinen dafür, dass die benötigten Verbrauchsmaterialien wie Teemischung, Gewebebeutel für die Teebeutel, Etiketten, Kartons usw. stets in ausreichender Menge verfügbar sind. Auch kümmern sie sich um Störungsmeldungen und die Beseitigung kleinerer Fehler.




