Zum Inhalt springen
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
    Ernährungsindustrie-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Deutsche ErnährungsindustrieKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Deutsche Ernährungsindustrie
    © 2026 Deutsche Ernährungsindustrie
    Startseite/Getränkeindustrie/Artikel
    Bitterstoffen im Kaffee auf der Spur
    Bildquelle nicht angegeben
    Getränkeindustrie

    Bitterstoffen im Kaffee auf der Spur

    Eine aktuelle Studie gibt neue Einblicke in das molekulare Zusammenspiel zwischen Bitterstoffen und Bitterrezeptoren.
    Veröffentlicht
    24. Juni 2020
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Getränkeindustrie

    Weltweit ist Kaffee trotz oder auch wegen seines Bittergeschmacks sehr beliebt. Dabei tragen Kaffeeinhaltsstoffe wie Koffein unterschiedlich stark zur Bitterkeit bei. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie und der Technischen Universität München gibt nun neue Einblicke in das molekulare Zusammenspiel zwischen Bitterstoffen und Bitterrezeptoren. Dies ist nicht nur für die Geschmackswahrnehmung relevant.

    Koffein ist wohl der bekannteste Bitterstoff aus Kaffee. Jedoch ist die anregend wirkende Substanz für den Bittergeschmack des Getränks nicht allein verantwortlich. Dies belegen die neuen Studienergebnisse eines Wissenschaftlerteams des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie und der Technischen Universität München. Mithilfe eines zellbasierten Testsystems – einer Art künstlichen Zunge – und Docking-Analysen hat das Team fünf verschiedene Bitterstoffe aus Kaffee untersucht. Hierzu gehören der in Arabica-Bohnen identifizierte Bitterstoff Mozambiosid, dessen Röstprodukt Bengalensol sowie die schon länger bekannten Kaffeeinhaltsstoffe Cafestol, Kahweol und Koffein.

    Wie das Forscherteam aufgrund seiner Ergebnisse annimmt, reagieren hauptsächlich zwei der 25 menschlichen Bitterrezeptortypen auf Inhaltsstoffe im Kaffee. Während von Koffein vergleichsweise hohe Konzentrationen notwendig sind, um die Rezeptoren TAS2R46 und TAS2R43 zu stimulieren, reichen von den vier anderen Substanzen deutlich geringere Mengen aus. So sei im Vergleich zu Mozambiosid oder Bengalensol eine etwa 30- bzw. 300-fach höhere Koffein-Konzentration erforderlich gewesen, um den Bitterrezeptor TAS2R43 in gleichem Maße zu aktivieren, berichtet Erstautorin Tatjana Lang vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie.

    Zusammenspiel der Bitterstoffe

    Weitere Untersuchungen der Forscher lassen annehmen, dass sich die im Kaffee enthaltenen Bitterstoffe in ihrer Wirkung beeinflussen. Wie sie belegen, weisen Kahweol und Mozambiosid ähnliche Bindungseigenschaften für den Bitterrezeptor TAS2R43 auf. Im Vergleich zu Mozambiosid aktivierte Kahweol den Rezeptor jedoch nur relativ schwach und war in der Lage, die Mozambiosid-induzierte Aktivierung des Bitterrezeptors dosisabhängig zu verringern. „Wir gehen daher davon aus, dass Kahweol den über den TAS2R43 ausgelösten Bittergeschmack abschwächen kann, indem es effektivere Bitterstoffe vom Rezeptor verdrängt“, erklärt Studienleiter Maik Behrens, der am Leibniz-Institut die Arbeitsgruppe Taste Systems Reception & Biosignals leitet. Dieser Effekt könne bei filterlosen Kaffeezubereitungen wie Espresso oder türkischem Kaffee eine Rolle spielen, bei denen Kahweol ins Getränk gelangt, so der Wissenschaftler weiter.

    Bitterrezeptor beeinflusst Ausschüttung von Magensäure

    Mehr aus Getränkeindustrie

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Getränkeindustrie.

    Alle Getränkeindustrie-Artikel
    Zuckersteuer: Getränkeverbände fordern endgültigen Stopp des Gesetzentwurfs
    Getränkeindustrie

    Zuckersteuer: Getränkeverbände fordern endgültigen Stopp des Gesetzentwurfs

    12. Oktober 2026

    Nach erneuter Ablehnung des Referentenentwurfs im Kabinett fordern sechs Verbände der Getränkewirtschaft den endgültigen Stopp der geplanten deutschen Zuckersteuer. Die Abgabe soll laut Planung zum 1. Juli 2027 in Kraft…

    Hygienic Design in der Prozessautomation: Grundlagen, Normen und Auswahlkriterien für lebensmitteltaugliche Automatisierungskomponenten
    Getränkeindustrie

    Hygienic Design in der Prozessautomation: Grundlagen, Normen und Auswahlkriterien für lebensmitteltaugliche Automatisierungskomponenten

    5. Oktober 2026

    Wer Automatisierungskomponenten für die Lebensmittel- und Getränkeproduktion auswählt, muss hygienische Konstruktionsprinzipien von Anfang an einplanen. Dieser Beitrag erläutert die technischen Grundlagen, relevanten…

    ← Zurück zu GetränkeindustrieZur Startseite

    Ernährungsindustrie-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Zum Newsletter anmelden →

    Die Ergebnisse seien aber auch noch aus anderer Sicht spannend, sagt Behrens und erläutert: „All unsere bisher gewonnenen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Bitterstoffe aus Kaffee relativ spezifisch zwei der 25 Bitterrezeptortypen aktivieren. Zudem wissen wir, dass sich beide Rezeptorarten nicht nur in Geschmackszellen finden. So findet sich der TAS2R43 auch im Magen und ist im Zusammenspiel mit Koffein an der Regulation der Magensäureausschüttung beteiligt. Nun stellt sich die Frage, welche Rolle Kaffeeinhaltstoffe wie Bengalensol hierbei spielen könnten, die den Rezeptor viel stärker aktivieren.“

    Ebenso sei interessant, dass vielen Menschen der Bitterrezeptor TAS2R43 aufgrund einer Erbgutvariation fehlt. Ein Umstand, der zu individuellen Unterschieden hinsichtlich der Geschmackswahrnehmung von Kaffee oder dessen Verträglichkeit beitragen könne, ergänzt Veronika Somoza, Direktorin des Leibniz-Instituts für Systembiologie. Es bestünde daher noch sehr viel Forschungsbedarf, um das komplizierte Zusammenspiel von Bitterstoffen, Bitterrezeptoren sowie deren Effekte auf den menschlichen Organismus aufzuklären.

    Publikation:

    Lang T, Lang R, Di Pizio A, Mittermeier VK, Schlagbauer V, Hofmann T, Behrens M (2020) J Agric Food Chem, DOI: 10.1021/acs.jafc.0c01373. Numerous compounds orchestrate coffee’s bitterness

    Digitaler Zwilling in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Funktionsweise und Einsatzpotenziale
    Getränkeindustrie

    Digitaler Zwilling in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Funktionsweise und Einsatzpotenziale

    24. September 2026

    Der Digitale Zwilling ermöglicht es Lebensmittel- und Getränkeherstellern, Produktionsanlagen, Prozesse und Produkte als virtuelle Abbild in Echtzeit zu simulieren und zu optimieren. Dieser Artikel erklärt, wie die…

    Energiemanagement in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion: Grundlagen, Methoden und Einsparpotenziale
    Getränkeindustrie

    Energiemanagement in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion: Grundlagen, Methoden und Einsparpotenziale

    24. September 2026

    Steigende Energiekosten und regulatorische Anforderungen zwingen Lebensmittel- und Getränkehersteller, ihren Energieverbrauch systematisch zu erfassen und zu senken. Dieser Artikel erklärt die grundlegenden Methoden,…