Bierbrauen ist ein energieintensiver Prozess. Signifikante Einsparungen ermöglicht ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001. Die Familienbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu führte in diesem Rahmen das modulare Energiemanagementsystem Econ 4 ein. Neben der Prozessoptimierung und Leistungssicherung nutzt das Stuttgarter Unternehmen das System auch für Investitionsentscheidungen.
Zur Nachhaltigkeitsstrategie von Dinkelacker gehört neben einem modernen Mehrwertsystem und kurzen, umweltschonenden Transportwegen auch eine energiesparende Produktion. Beim alten Energiekonzept der Brauerei wurden 200 Zähler händisch erfasst, die Daten in Excel-Listen eingetragen und zu Auswertungen verknüpft. „Der Aufwand war groß, die Auswertungen waren nur sehr grob und mühsam zu erstellen“, erklärt Julian Bonn, Leiter Instandhaltung und Energie bei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Zudem ließ sich das Konzept schwer an geänderte Gegebenheiten anpassen. Daher entschied sich Dinkelacker, ein zertifiziertes Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 einzuführen und dazu das Energiemanagementsystem Econ 4 von Econ Solutions zu nutzen.
Innerhalb kurzer Zeit waren fünf Econ-Sens-3-Energie- und Leistungsmessgeräte, zwei Econ-Unit-Datenlogger und die Software Econ 4 einsatzbereit. Alle Messgeräte konnten per Plug-and-play eingebunden werden. Das Messgerät Econ Sens 3 erfasst alle wichtigen Merkmale der elektrischen Leistung, Energie, Ströme und Spannungen. Diese werden zum Datenlogger übertragen, an den bis zu acht Zähler und Sensoren mit Impuls- bzw. Digitalausgang oder vier analoge Sensoren über standardisierte Strom- oder Spannungsschnittstellen angeschlossen werden können. Die Webbasierte Software Econ 4 liefert neben Verlaufsanalysen, Berichten zu Schwellwertverletzungen und Kosten viele Management- und Spezialberichte, z. B. ABC- und Korrelationsanalysen, Analysen von Betriebszuständen sowie Energiefluss- (Sankey-Diagramme) und Spektralanalysen (Heatmaps). Die Software entspricht der ISO 50001, eine Assistenzfunktion unterstützt beim Zertifizierungsprozess.
Schrittweiser Ausbau
Anfangs hat Dinkelacker im Maschinen- und Kesselhaus neben den fünf Stromzählern von Econ vier Zähler für Druckluftvolumenströme und vier Dampfzähler in das Energiemanagementsystem integriert, d. h. die Messdaten liefen automatisch in die Software. Schnell kamen weitere Lizenzen und Geräte hinzu: Acht Messstellen sorgten für die Klimaüberwachung im Automatiklager, es folgten Zähler für die Gasmengen, die Dinkelacker bezieht. Heute laufen alle Energiedaten, also Strom, Dampf, Gas, Wasser, Heißwasser und Lauge, von den über 200 Zählern verschiedener Hersteller zur Auswertung in die Software. „Damit haben wir Transparenz über sämtliche Verbräuche im Unternehmen“, sagt Bonn.




