Abb. 1 Für den Einsatz in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie eignet sich die Kompaktanlage Oxiperm C 164, die nach dem Chlorit-Salzsäure-Verfahren arbeitet
Abb. 2 Die HOCl/OCl–Verteilung hängt vom pH-Wert und der Temperatur ab
Abb. 3 Bakterizide Wirkung von Cl2 und ClO2 nach Bernade
Abb. 4 Fließschema der Kompaktanlage Oxiperm C 164 (1) Vorratsbehälter für die Salzsäure- und Natriumchloritlösungen, (2) Leermelde- und Niveaukontrollsonde, (3) Dosierpumpen, (4) Dosiercontroller, (5) ClO2-Reaktor,(6) ClO2-Durchflußwächter, (7) Elektromagnetventil, (8) Bypass-Durchflußwächter, (9) Statikmischer, (10) Elektronik, (11) Sicherheits-Absaugeinrichtung, (12) ClO2-Sensor
Chlordioxid kommt als zuverlässiges und wirkungsvolles Desinfektionsmittel in unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise in Flaschenabfüll- und Reinigungsanlagen, zum Einsatz. Mit der Kompaktanlage Oxiperm C 164 kann vor Ort Chlordioxid nach dem Chlorit-Salzsäure-Verfahren hergestellt werden. Die Hauptkomponenten der Anlage Reaktor, Statikmischer sowie die dazugehörigen Kontroll-, Überwachungs- und Steuereinrichtungen sind in einem Schrank untergebracht, der für die Wandmontage geeignet ist
Im Vergleich zum Chlor zeichnet sich Chlordioxid (ClO2) durch eine verbesserte bakterizide, sporizide und viruzide Wirkung aus, dies gilt besonders für Wässer mit höheren pH-Werten. Die Ursache hierfür liegt ? wie in Abbildung 2 dargestellt ? in der pH-abhängigen chemischen Dissoziation der desinfektionsrelevanten unterchlorigen Säure (HOCl) zu dem unwirksamen Hypochloritanion (OCl-).
HOCl + OH- > OCl- + H2O
Chlordioxid besitzt im Vergleich zum Desinfektionsmittel Chlor eine ca. 2,5fach höhere mikrobiozide Wirkung. Zudem bildet es keine geruchsintensiven Chloramine (NH2Cl, NHCl2) oder Trihalogenmethane (Chloroform). Dieser Umstand ist gerade in der Brau- und Getränkeindustrie bei der Desinfektion von Flaschen, Behältern und Anlagenteilen von großer Bedeutung. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist die stark verminderte Bildung von AOX bzw. schwer- und nichtflüchtigen Organohalogen-Verbindungen (NPOX) ebenfalls ein Vorteil.
Im Gegensatz zum Chlor weist Chlordioxid eine erheblich höhere Geschmacks- und Geruchsgrenze auf und bildet mit Phenolen kein Chlorphenol, das den typischen Apothekergeruch oder -geschmack bei der Reinigung verursachen kann.
Das gasförmige Chlordioxid hat einen Siedepunkt von 11 °C und einem Schmelzpunkt von -59 °C. Aus chemisch-physikalischen Gründen läßt es sich nicht komprimieren oder lagern. Da Chlorsauerstoff-Verbindungen in hoher Konzentration und unter Temperatureinwirkung zur spontanen Zersetzung neigen, ist es notwendig, Chlordioxid direkt am Ort der Anwendung herzustellen. ? Stabilisiertes Chlordioxid“ist zwar im Handel erhältlich, beinhaltet aber oftmals große Mengen an Natriumchlorit. Eine Aktivierung vor dem Einsatz, beispielsweise durch Oxidationsmittel, ist notwendig. Deshalb ist ?stabilisiertes Chlordioxid“ nur bedingt verwendbar.




