Seit Jahren sind die Rheinfelsquellen IFS-zertifiziert. Sie erfüllen sogar die Anforderungen für das höhere Niveau nach IFS-Version 6. Verständlich, dass angesichts dieser Qualitätsanforderungen die Abfülltechnik kein Wässerchen trüben darf. „Wir arbeiten hier im 24/6-Betrieb und sind dabei in jeder Sekunde auf eine absolut prozesssichere Betriebstechnik angewiesen. Ölfreie Druckluft ist dabei ein Schlüsselelement“, konstatiert Björn Rinke, Leiter der Elektrotechnik bei den Rheinfelsquellen in Duisburg-Walsum.
Die insgesamt acht Abfüllstraßen werden über zwei im Prinzip unabhängige Druckluftnetze versorgt, die aus zwei eigenständigen Kompressorstationen gespeist werden. Das konventionelle Arbeitsluftnetz wird von insgesamt fünf Schraubenkompressoren mit Kapazitäten zwischen 90 und 120 kW beatmet. Ein frequenzgeregelter Verdichter trägt dabei die Grundlast, die weiteren Aggregate werden je nach Erfordernis zu- oder abgeschaltet.
Das zweite, kleinere Netz wird von einem ölfrei verdichtenden 50-kW-Kompressor gespeist. Dieses Netz versorgt ausgewählte Abnahmestellen mit ölfreier Druckluft. Druckluft dieser Qualität wird zum Beispiel an sensiblen Anlagenteilen benötigt, wobei dort je nach Anforderung auch noch Sterilluftfilter zum Einsatz kommen.
Absolut ölfreie und sterile Druckluft wird zum Beispiel dann benötigt, wenn bei der Abfüllung von kohlensäurefreien Produkten in Behältern oder Tanks statt Kohlendioxid ein Luftpolster aufgebracht werden soll. Auch die filigran arbeitenden Datierungsdrucker an den Abfüllstationen benötigen ölfreie Druckluft, um ein Verkleben der feinen Tintendüsen zu vermeiden. Ebenso die Ventiltechnik zum Ausleiten von Flaschen bei hoher Geschwindigkeit oder der Etikettierung von Paletten.
„Durch den Einsatz nur eines einzigen ölfrei arbeitenden Verdichters im kleinen Druckluftnetz agieren wir praktisch ohne jede Redundanz“, betont Rinke. „Sollte der Kompressor ausfallen, kommt unsere neue Katalysatortechnologie zum Tragen. Mit ihr gelingt es uns, auch über die fünf konventionellen Schraubenverdichter des zweiten Netzes absolut ölfreie Druckluft ins System zu speisen. Und diese dann über eine Weiche zwischen den beiden Druckluftnetzen in den ölfreien Strang abzugeben. Mit anderen Worten: Wir produzieren hier in Walsum unabhängig vom Kompressortyp konstant absolut ölfreie Druckluft für alle Verbrauchsstellen.“
Grundlage dafür ist das von Beko Technologies entwickelte Bekokat-Verfahren. Durch Totaloxidation wandelt es in einem kompakten Aggregat Kohlenwasserstoffe vollständig in Kohlendioxid und Wasser um.
Die Bekokat-Technologie gewährleistet eine Druckluftreinheit, die mit einem Restölanteil von kaum mehr messbaren 0,003 mg/m3 verdichteter Luft weit über die Forderungen der DIN ISO 8573–1 für technisch ölfreie Druckluft der Klasse 1 hinausgeht.




