Die technischen Verfahren zur Herstellung von Bier haben sich im Laufe der Zeit nachhaltig verändert. Heute bestimmt moderne Leittechnik mit ihrer Informationstransparenz den Produktionsprozess. Dazu Ulrich Brendel, technischer Direktor bei Warsteiner: „Wir wollen langfristig in die Brauereien investieren und Lösungen entwickeln, die uns auf dem hart umkämpften Biermarkt Vorteile bringen. Mit Industrial IT haben wir den Zugriff auf den gesamten Produktionsprozess. Ferner sorgt die Objektorientierung für Transparenz bei den Produktionsparametern.”
Informationen in Echtzeit bilden die Basis für eine aktive Entscheidungsfindung und Eingriffe in den Produktionsprozess. Sie dienen auch als aktueller Input hinsichtlich der Wartungs- oder der Produktionsplanung. Das Modernisierungsvorhaben der Brauerei mit Hilfe von Industrial IT sieht den gesamten Prozess als Wertschöpfungskette. Die Aufteilung in Automatisierungsinseln, die man bisher analog zum Verfahren einsetzt, entfällt.
Die Bierproduktion selbst unterteilt sich in verschiedene Prozesssegmente, die sich in der Automatisierungstechnik als mehr oder weniger abgeschlossene Automatisierungsinseln widerspiegelten. Das Sudhaus ist das Herzstück der Brauerei. Hier werden die Rohstoffe nach klassischen Rezepten und Methoden zur Würze verarbeitet. Das Kochen der gehopften Würze in den blanken Würzepfannen ergibt einen Sud, der nach dem Abkühlen und Versetzen mit Bierhefe im Gärkeller vergoren wird.
Im Gärkeller entwickelt das Bier seinen typischen Geschmack, die Hefe wandelt den im Sudhaus entstandenen Zucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärmeenergie um. Dabei gilt es, diesen komplexen biologischen Prozess zu steuern und zu überwachen. Das so entstandene Jungbier ist in der Regel sehr trüb und enthält noch Stoffe, die den Geschmack beeinträchtigen. Deshalb wird es in einen Lagertank umgelagert – ein Prozess, der in der Fachsprache Schlauchen genannt wird. Hier findet die geschmackliche Reifung des Bieres sowie die weitgehende Abscheidung der restlichen Hefe und anderer Trübungskomponenten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt statt. Im anschließenden Filterprozess entstehen dann die glanzfeinen, klaren Biere. Letzter Schritt der Bierherstellung ist die Abfüllung in Fässer, Flaschen oder Dosen.
Bei Warsteiner realisierte ABB den Bierherstellungsprozess nicht über mehr oder weniger autarke Automatisierungsinseln, sondern bildet ihn in seiner Gesamtheit als Wertschöpfungskette ab. Dabei kommen Controller der Baureihe Control IT AC 800M zum Einsatz. Diese leistungsstarken Controller sind dank ihres modularen Aufbaus für eine Vielzahl von Einsatzbereichen – hier reicht das Spektrum von einfachen Steuerungsaufgaben bis hin zur komplexen Regelungssteuerung – sehr gut geeignet. Aufgrund ihrer weit reichenden Kommunikationsfunktionen, ist eine Kombination mit vielen anderen E/A-Systemen, einschließlich aller Profibus-DP-fähigen Sys-teme, möglich. Für die optimale Sicht auf den Prozess sorgen Operate IT Process Stations.




