Bier ist glücklicherweise nicht explosiv. Dennoch können in Brauereien und Mälzereien Explosionsrisiken lauern. An welchen Prozesskomponenten dies der Fall ist und wie ein adäquater Explosionsschutz an den betroffenen Anlagen aussehen kann, das lesen Sie in diesem Beitrag.
In der Atex-Richtlinie 1999/92/EC sind die Mindestanforderungen zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit im Hinblick auf Arbeitnehmer in einem potenziell explosionsgefährdeten Arbeitsbereich festgelegt. Explosionsgefährdete Bereiche werden als eine „Vermischung brennbarer Substanzen in Gas-, Dampf-, Nebel- oder Staubform mit Luft unter atmosphärischen Bedingungen, bei denen sich die Verbrennung nach dem Entzünden auf das gesamte unverbrannte Gemisch ausbreitet“ definiert. Durch die hierarchische Anordnung der Sicherheitsmaßnahmen in der Richtlinie soll die Bildung explosionsfähiger Atmosphären so weit wie möglich vermieden werden, um damit die Entzündungsgefahr in solchen Bereichen zu senken und die nachteiligen Auswirkungen einer Explosion zu mindern. Ziel ist es, die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu schützen.
Der Alkoholgehalt im Bier ist gering, sodass er keine gasexplosionsgefährdete Atmosphäre schaffen kann. Anders die Situation beim Mälzen sowie bei der Annahme, Reinigung, Wägen und Lagerung des Malzes in den Brauereien. Hier können alle Voraussetzungen für eine Staubexplosion potenziell gleichzeitig gegeben sein. Es gibt verschiedene Ansätze, wie die Bildung explosionsfähiger Atmosphären verhindert werden kann: Am einfachsten wäre es, den Einsatz brennbarer Stäube zu vermeiden oder wenigstens zu minimieren. In Brauereien ist das schwierig, denn kein Bier ohne Malz. Andere erprobte Wege sind das Anfeuchten brennbarer Stäube, das Vermeiden von Staubablagerungen und die Verminderung der Staubkonzentration in der Luft, sodass sie sich außerhalb der Explosionsgrenzen befindet. Da es nicht möglich ist, die Bildung gefährlicher Explosionsatmosphären zu vermeiden, müssen Zündquellen vermieden werden.
Vermeidung von Zündquellen
Ein anderer Weg ist die Vermeidung von Zündquellen, beispielsweise durch die Erdung leitender Objekte und Anlagen, die Nutzung Atex-zugelassener explosionssicherer Ausrüstung sowie die Überwachung der Lagertemperatur, Bandgeschwindigkeit und -ausrichtung.
Die beschriebenen Präventionsmaßnahmen reichen häufig nicht aus, um in Brauereien ein akzeptables Risikoniveau zu erreichen, denn das eingesetzte Equipment kann selbst über heiße Oberflächen verfügen oder Ursprung von mechanisch oder elektrisch verursachten Funken sein. In diesen Fällen sind Explosionsschutzsysteme erforderlich, deren Ausführung von der Art und Gestaltung der eingesetzten Maschinen und Anlagen bestimmt wird.




