Durch enorme Querschnittsveränderungen zwischen Rohren und Schläuchen auf der einen, Dosierkolben und Ventilen auf der anderen Seite, ist bei Kolbendosiermaschinen eine einwandfreie CIP/SIP-Reinigung immer problematisch. Weitere Nachteile dieser Maschinen sind eingegrenzte Volumenbereiche, wartungsanfällige Dichtungselemente, eine hohe Störanfälligkeit bei Temperaturschwankungen und Probleme bei feststoffhaltigen Produkten. Vor diesem Hintergrund entwickelte ein süddeutsches Unternehmen in den 80er Jahren sein Computer-Aided-Filling-System (CAFIS). Es umfaßt
• Linearabfüllmaschinen mit einer Leistung von ca. 5000 bis 6000 Einheiten pro Stunde und einem Volumenbereich von 20 ml bis 20 l,
• Rundlaufabfüllmaschinen mit einem Leistungsbereich von bis zu 20 000 Flaschen pro Stunde.
Alle Maschinen verfügen über eine magnetisch induktive oder eine Massenstromdurchflußmessung. Über eine PC-Steuerung können auf Knopfdruck die entsprechenden Formate abgerufen und automatisch auf der Anlage eingestellt werden. Mit dem Rechner der Anlage lassen sich CIP/SIP-Systeme zur Reinigung der Maschinen ansteuern. In Abhängigkeit von den abgefüllten Produkten und den hygienischen Anforderung stehen verschiedene Reinigungsprogramme zur Verfügung, wobei sowohl zeit- als auch situationsgesteuerte Schritte programmierbar sind. Zudem ermöglicht die eingesetzte PC-Technik u.a. eine Produktionsdatenerfassung, Störmeldestatistiken und die Verknüpfungen mit Prozeß- und Verpackungsanlagen.
Da die Leistungen der Linearabfüllanlagen begrenzt sind und bei Rundlaufmaschinen der Formatwechsel durch lange Umstellzeiten und teure Formatsätze recht aufwendig ist, wurde CAFIS weiterentwickelt. Es entstand das CAFIS-Twin-System, das die Flexibilität des Linearfüllers mit der Leistungsfähigkeit eines Rundläufers verbindet. Das System ist für einen Leistungsbereich von 5000 bis etwa 12 000 Flaschen pro Stunde ausgelegt.
Die zuverlässigen und wartungsarmen Linearabfüllmaschinen arbeiten nach folgendem Prinzip. Die einspurig ankommenden Flaschen werden über eine Verteilstation auf zwei Füllspuren gebracht, jeweils gestoppt, die Flaschenhälse zentriert, die Füllrohre eingefahren und die Behälter gefüllt. Solange die Füllung auf der einen Seite stattfindet, werden auf der anderen Seite die vollen Flaschen abtransportiert und die leeren zugeführt. Diese Arbeitsschritte laufen wechselseitig ab, so daß die Durchflußmesser ständig im Einsatz sind. Da mit den selben Durchflußmessern sowohl auf Spur 1 als auch auf Spur 2 gearbeitet wird, ist bei hohen Abfüllleistungen nur eine geringe Anzahl von Instrumenten notwendig. Selbstverständlich sind durch die Einzelsteuerung der Füllorgane präzise Füllvolumina an jeder Füllstelle gewährleistet.




