Die Privatbrauerei Gaffel ist die älteste Brauerei der Stadt Köln. Bereits im Jahr 1302 wird auf dem Eigelstein erstmals eine Braustätte erwähnt. Aus dem Tiefbrunnen mit seiner exzellenten Wasserqualität wird bis heute das Gaffel-Brauwasser geschöpft. Das erste Gaffel-Kölsch kam am 24. Mai 1908 aus dem Zapfhahn am Eigelstein. Heute wird die Brauerei bereits in fünfter Generation von der Familie Becker geführt. Gebraut werden Kölsch, Light, Frei, Fassbrause, Sonnen Hopfen und Gaffel 11. Abgefüllt werden alle Fässer im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen. „Durch die große Vielfalt an Fässern trat des Öfteren die Situation auf, dass es bei der automatischen Entpalettierung immer wieder Störungen oder Stillstände gab, weil entweder Greiferköpfe umzubauen waren oder aber Fässer nicht ordentlich auf den Paletten standen. Dann setzte der Greifer auf einem der überstehenden Kegs auf und stand still. Wir wollten daher eine automatisierte Lösung für beide Abfülllinien, die solche Störungen weitestgehend ausschließt“, erläutert Reiner Radke, Geschäftsleiter Technik und Logistik bei Gaffel, die Vorgaben. „Wir arbeiten mit Federspiel schon lange zusammen, seit 1998 setzen wir bereits einen Bepalettierroboter für die großen Kegs ein.“
Auf der einen Linie in Köln-Bilderstöckchen werden nur die großen 30-l- und 50-l-Kegs, auf der anderen die kleineren sowie typisch kölschen Pittermännchen verarbeitet. Beide werden nach dem Entfernen der Sicherungsschnur oder -folie mit Staplern aufgesetzt. Bei den kleineren Gebinden sind dabei drei Paletten übereinandergestapelt, bei den größeren nur zwei Lagen. Die Fässer fahren über einen Transporteur in einen der Federspiel-Entpalettierer ein. Hier werden sie binnen weniger Sekunden von einem 3-D-Scanner mittels gepulstem Laserstrahl erfasst. Über einen internen Drehspiegel wird auch die Umgebung fächerförmig, also zweidimensional, abgetastet. Beim Auftreffen auf ein Objekt registriert der Scanner eine Reflektion und erzeugt so im Rechner ein Bild. Damit wird die exakte Position von jedem Fass auf der Palette bestimmt und zugleich ein 2-D-Höhenprofil erstellt.
Beim Keg-Handling kann der Roboter gerade bei Lagen mit versetzten Gebinden seine Vorteile durch das Greiferwerkzeug voll ausspielen. Federspiel bietet bei seinen Keg-Robotern von Kuka eine Vielzahl von Greifereinrichtungen für das Aufnehmen von Fässern an. Bei Gaffel werden die Gebinde seitlich durch Zweifachgreifer aufgenommen, die elektropneumatisch oder servomotorisch angesteuert werden. Zudem ist im Greiferwerkzeug ein ausfahrbarer Palettengreifer installiert, der die Palette von oben greift. Der Einarmroboter kann sich in bis zu sechs Achsen bewegen und Traglasten bis 180 kg exakt aufnehmen und absetzen. Der eingesetzte Greiferkopf ist als Klemmgreifer für alle gängigen Fassgrößen ausgeführt.




