Das Schweizer Unternehmen Ferag hat beim indischen Mineralwasserabfüller Bisleri eine Förderanlage installiert. Sie besteht aus zwei Plattenkettenförderer-Linien der Serie Deniway mit drei Wendeln. Eine dieser Wendeln ist 20 m lang und transportiert PET-Flaschengebinde von den Abfüllstationen über fünf Etagen nach unten zum Versand. Pro Stunde verarbeitet die Anlage bis zu 6000 Verpackungseinheiten.
Der Name „Bisleri“ leitet sich vom italienischen Unternehmer Felice Bisleri her, Inhaber des Mineralbrunnens „Sorgenti Angelica“ in Nocera Umbra in Mittelitalien. Er expandierte bereits 1965 nach Indien. Vier Jahre später übernahm die Parle-Group das Unternehmen. Seitdem hat es sich zur führenden Erfrischungsgetränkemarke auf dem indischen Subkontinent entwickelt. 2018 eröffnete Bisleri am Hauptsitz Mumbai einen modernen Abfüllbetrieb. Diesen bewirbt das Unternehmen als „weltweit erste und einzige vertikale Mineralwasserproduktion“.
Vertikal nach unten und nach oben
Vertikal bezieht sich in diesem Fall auf die mit der automatischen Abfüllanlage verknüpfte Fördertechnik: Zwei von Ferag gelieferte End-of-Line-Systeme, die sich aus zwei Plattenkettenförderer-Linien der Serie Deniway mit 290 bzw. 170 m Kettenlänge zusammensetzen. Das Highlight der Förderanlage sind drei Wendeln, die sich auf engstem Raum spiralförmig nach oben bzw. unten winden. Von diesen erreicht die erste als Teil der längeren Förderstrecke eine Höhe von 20 m. Ihre Aufgabe besteht darin, Schrumpfverpackungen mit PET-Flaschen verschiedener Größe (250 ml x 24 Flaschen, 250 ml x 48 Flaschen, 500 ml x 24 Flaschen, 1000 ml x 12 Flaschen, 2000 ml x 9 Flaschen) über fünf Etagen mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s zum Lager und Versand im zweiten Untergeschoss zu transportieren. Die beiden anderen Spiralförderer, 11 und 6 m hoch, bilden gleichsam ein fördertechnisches Duo. Sie gehören zur zweiten, kürzeren Linie. Diese ist ausschließlich für 5- und 20-l-Gebinde reserviert: Volle Gebinde fahren vertikal auf der zweiten Wendel nach unten ins erste Untergeschoss. Auf der dritten steigen leere Behälter vom Erdgeschoss, wo die Außenreinigung stattfindet, zu den Spül- und Abfüllmaschinen im ersten Stockwerk nach oben. Damit unterstreicht die in Mumbai implementierte Technologie von Ferag, die sehr enge Kurvenradien ermöglicht, die enorme Flexibilität von Spiralförderern, denn diese können sehr große Höhenunterschiede bei geringem Platzbedarf überbrücken. Beim Mineralwasserabfüller Bisleri beträgt der Durchmesser der Deniway-Wendeln lediglich 2,5 m. Hinzu kommt ihre hohe Energieeffizienz: Aufgrund der besonders leichtgängigen, nach dem Prinzip „Rollen statt Gleiten“ arbeitenden Technik benötigt jede Linie jeweils nur einen Motor. Dabei ist das lastgeregelte Antriebssystem so ausgelegt, dass jede der beiden Förderstrecken in Summe ein Transportgewicht von bis zu 1,45 t/min schafft. Dies macht wiederum 100 Verpackungseinheiten pro Minute bzw. 6000 pro Stunde aus.




